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Erfahrungsbericht: Hochbegabung in der Grundschule

Hochbegabung in der Grundschule


b>Erfahrungsbericht: Hochbegabung in der Grundschule

Teil 5 der Artikelserie Hochbegabung

Wie ich schon im letzten Artikel geschrieben habe, wurde Dennis mit 5 ½ Jahren eingeschult.

Er freute sich sehr auf die Schule, wie es ja alle Kinder tun. Allerdings hielt diese Freude nicht sehr lange an. Dennis konnte bei der Einschulung schon bis 100 rechnen und auch ein wenig lesen. So blieb es nicht aus, dass er sich nach kurzer Zeit in der Schule langweilte. Das doch sehr spielerische erste Jahr hat er noch relativ entspannt über sich ergehen lassen, obwohl man schon gemerkt hat, dass er unterfordert ist. Ab der 2. Klasse wurde es immer schlimmer. Er beteiligte sich so gut wie gar nicht mehr, klagte über Langeweile und zog sich immer mehr zurück. Nach Rücksprache mit der Klassenlehrerin und der Schulleitung sollte er mehr gefordert werden. Der erste Vorschlag der Schule war, ihn eine Klasse überspringen zu lassen. Das wollte Dennis aber gar nicht. Auch wenn seine sozialen Kontakte nicht übermäßig gut waren, so wollte er doch nicht von seinen Klassenkameraden weg. Somit beschloss ich gemeinsam mit der Schule, dass er zumindest in Mathematik, seinem stärksten Fach, den Unterricht in der 4. Klasse besuchen sollte, während er ansonsten weiter in die 2. Klasse ging. Diese Entscheidung war sehr gut. Dennis hatte viel Spaß und schrieb nach kurzer Zeit auch sehr gute Klassenarbeiten in der 4. Klasse. Allerdings war es schon absehbar, dass diese Freude nur von kurzer Dauer sein konnte. Wo sollte er hin, wenn er in die 3. Klasse wechselte? Die Grundschule ging nur von der 1. bis zur 4. Klasse. Aus diesem Grund fingen die gleichen Probleme der 1. Klasse in der 3. Klasse wieder an. Eine Lösung gab es erst einmal nicht.


Leider wurde Dennis immer in sich gekehrter, je weniger er gefordert wurde. Auch alle Versuche, ihn außerschulisch mehr zu fördern und auszulasten, wurden von ihm zwar mit Interesse angenommen, aber aufgrund der Unzufriedenheit wurde er immer unglücklicher. Letztlich ging es soweit, dass er keinen Sinn mehr in seinem jungen Leben sah (er war damals 8 Jahre alt) und ich zeitweise Angst bekamen, dass er sich was antut. Zum Glück waren das nur kurze Phasen, aber sie traten immer öfter auf. Da kein Kinderarzt uns helfen konnten, suchten wir Hilfe bei einem Diplom Psychologen, der sich auf Hochbegabung bei Kindern spezialisiert hatte. Er erkannte sehr schnell die Probleme von Dennis und konnte ihm super helfen. Die Sitzungen fanden spielerisch zwischen ihm und Dennis statt. Ich als Mutter war nicht dabei und wurde nur nachher vom Psychologen informiert. Von Dennis erfuhr ich immer nur: “Wir haben gespielt!“ Dieses „Spielen“ hat Dennis aus seinem Tief herausgeholt, so dass wir nach einem halben Jahr nicht mehr alle zwei Wochen den Weg zu dem Psychologen, der nicht gerade bei uns um die Ecke war, auf uns nehmen mussten. Von da an gab es telefonische Kontakte einmal im Monat zwischen dem Psychologen und Dennis, die ihm auch sehr gut taten.

Zum Ende der 4. Klasse war Dennis wieder relativ stabil und freute sich auf das Gymnasium.

Beim Wechsel der Schule habe ich auch die Überlegung angestellt, Dennis eine spezielle Schule für Hochbegabte besuchen zu lassen. Aber leider war dies nicht umsetzbar, da nur ein Internat in Frage kam (eine entsprechende Schule gab es nicht in unserer Nähe) und weg von Zuhause wollte Dennis auf gar keinen Fall. Um ihn psychisch nicht noch mehr zu belasten, habe ich diese Idee dann auch schnell verworfen.

Um die sozialen Kontakte von Dennis mehr zu fördern, habe ich mich mit den Vereinen für Hochbegabte Kinder beschäftigt. Da es auch dafür damals keine Regionalgruppe in unserem direkten Umfeld gab, habe ich mit anderen Betroffenen zusammengetan und in Zusammenarbeit mit dem Verein für das hochbegabte Kind Veranstaltungen und Treffen organisiert. Solche Unternehmungen wurden von Dennis geliebt. Er traf auf Kinder, die genauso drauf waren wie er und er hatte auch die Möglichkeit, andere Dinge kennenzulernen, die normalerweise nur Erwachsenen vorbehalten sind, weil sie den Horizont eines normalen Kindes überschreiten. Trotzdem hatte Dennis auch eine Handvoll Freunde in der Schule und kam mit Ihnen gut zurecht. Er spielte sich nie in den Vordergrund und hielt sich aus allem raus, was mit Gewalt oder Kräfte messen zu tun hat.

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