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Das hochbegabte Kind in der weiterführenden Schule

Hochbegabung in der weiterführenden Schule


Erfahrungsbericht über das hochbegabte Kind in der weiterführenden Schule

Teil 6 der Artikelserie Hochbegabung

Nachdem Dennis die Grundschule zwar oft gelangweilt aber vom Notenschnitt sehr erfolgreich abgeschlossen hatte, gaben die Lehrer ihm wie schon erwähnt eine Empfehlung für den Besuch des Gymnasiums.

Natürlich war die erste Zeit für ihn dort sehr spannend. Viele Veränderungen prasselten auf ihn ein, neue Klassenkameraden ein anderes Lernen als auf der Grundschule und vieles mehr. Er wurde viel selbständiger, wollte schon nach zwei Wochen wie die Großen alleine mit dem Bus zur Schule fahren, obwohl er durch unsere Wohnlage keinerlei Erfahrungen mit Bus fahren hatte.

Glücklicherweise hat er viele alte Klassenkameraden auch auf dem Gymnasium wiedergetroffen, so dass das Eingewöhnen für Ihn, der ja eher ein sehr zurückhaltender Mensch war, nicht ganz so schwer war.

Mit Feuereifer stürzte er sich auf die neuen Fächer. Richtig Englisch lernen, Biologie usw. machten ihm zu Anfang viel Spaß. Seine Noten waren im oberen Bereich, ein Einser-Kandidat war er nicht. Die allgemeine Meinung, alle Hochbegabten würden in der Schule nur Einsen schreiben, wurde von ihm auch wiederlegt. Er hielt sich immer im oberen Mittelfeld auf, Zweier und Dreier waren Standard, es gab auch mal eine Eins oder auch eine Vier. Vermutlich hing dies nicht mit Nichtverstehen zusammen, sondern damit, dass es in vielen Fächern nach kurzer Zeit langweilig war zuzuhören und er somit auch mal was verpasste. Dazu kam, dass hochbegabte Kinder das Lernen nie richtig lernen, weil sie es meist nicht brauchen. Vieles können sie „einfach so“, sie brauchen nicht lernen. Je mehr es aber auf das Abitur zu geht, desto eher müssten auch sie anfangen zu Lernen. Das ist Dennis leider erst im letzten Jahr des Gymnasiums aufgefallen. Etwas spät, aber für ein Abitur mit einem Schnitt von 2,2 hat es dann doch noch gereicht.


Durch die Schulzeit ist er somit ziemlich locker durchgelaufen. Er hatte im Prinzip keinen Lernstress. Machte seine Hausaufgaben ohne Murren regelmäßig, auch wenn er nicht selten so gar keinen Sinn darin sah. Eines war ihm aber relativ schnell klar, je schneller ich die Hausaufgaben machen (auch wenn sie in der Schule gemacht werden durften), desto eher habe ich Freizeit und kann andere schöne Dinge tun.

Dennis war jedoch bis fast zum Ende der Schulzeit ein ziemlicher Einzelgänger. Je mehr seine Klassenkameraden in die Pubertät kamen, desto weniger Verständnis hatte er für sie. Rauchen, Feiern, Alkohol trinken, was die meisten Jugendlichen mit 15 oder 16 Jahren unbedingt ausprobieren mussten, war für ihn eine andere Welt. Er konnte und wollte damit nichts anfangen. Somit sonderte er sich immer mehr von den anderen ab. Dazu kam natürlich auch noch, dass er mit fünf Jahren eingeschult worden ist und der erste Jahrgang des G8-Systems war. Dadurch war er mindestens ein Jahr jünger als die Schulkameraden, in der Oberstufe dann sogar bis zu drei Jahren, da dort die Realschüler hinzukamen, die noch ein Jahr länger bis dorthin brauchten. Das alles förderte die sozialen Kontakte in keiner Weise und Dennis zog sich immer mehr zurück. Leider wurde er auch phasenweise von anderen Schülern gemobbt, eben weil er sich nicht so verhielt wie die meisten und allen Blödsinn mitmachte. Das ging so weit, dass er Angst hatte, zur Schule zu gehen und sein Leben als sinnlos ansah. Er kam verletzt oder mit kaputten Sachen nach Hause. Erst ein konsequentes Eingreifen der Schulleitung bis zum Verweis von der Schule brachte wieder Ruhe in Dennis Leben und er ging auch wieder ohne Angst zur Schule.

Als Ausgleich im Kontakt mit anderen Kindern trieb er Sport. Er hatte sich aufs Tennis spielen verlegt, dort spielte er auch in einer Mannschaft und hatte guten Kontakt zu den anderen Spielern. Etwas ganz besonderes für ihn war immer die Musik. Er lernte sehr früh, Akkordeon spielen, dann Saxophon und E-Gitarre, die er sich komplett selbst beibrachte. Zeitweise spielte er mit Freude in der Jazzband der Schule, aber am Liebsten musizierte er für sich alleine.



Neben der Musik galt seine große Liebe dem PC und seinen zahlreichen Büchern. am Anfang Sach- und Fachbücher, später dann Horror- und Science-Fiction Romane. Er verschlang sie regelrecht und konnte stundenlang am PC sitzen.

Aber erst in der Oberstufe taute er auch anderen gegenüber auf. Mittlerweile 16 Jahre alt, vertrat er Lehrern gegenüber seine Meinung, hatte mehr Kontakt zu anderen Jugendlichen und unternahm auch hin- und wieder etwas mit ihnen.

Im Ganzen fand Dennis seine Schulzeit nicht schön und lebte erst auf, als er die Schule verließ und anfing auf eigenen Beinen zu stehen und sich selbst zu behaupten.

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