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Hoi An - Küstenstadt in Vietnam

Hoi An - Küstenstadt in Vietnam


18 Zugstunden südlich von Ha Noi liegt Hoi An, eine weitere UNESCO-Weltkulturerbe-Sehenswürdigkeit.

Die Innenstadt ist ein farbenfrohes Potpourri aus vietnamesischen, schmalen Stadthäusern, chinesischen Versammlungsstätten aus Holz, wunderschön mit Schnitzereien verziert, französischen Kolonialbauten und japanisch geprägten Stadtteilen, das ganze durchzogen von vielen Kanälen, geschmückt mit leuchtenden Lampions. Des Nachts schlendern wir die ausladende Uferpromenade entlang und schwimmen mit im Lichtermeer und im Strom der vorwiegend asiatischen Touristenmassen, die durch die Straße quellen.

Hoi An war eine bedeutende Handelsstadt, insbesondere japanische (aber auch chinesische) aus Europa zurückkehrende Schiffe machten hier halt. Noch immer gibt es eine japanische Gemeinschaft, die auf Händler, Matrosen, Kapitäne aus dem 15. bis 19 Jahrhundert begründet ist. Auf den Flüssen schwimmen Kerzen in Lotusblütenform, auf traditionellen Holzbooten schippert man Heck an Bug dem Sonnenuntergang entgegen. Die Stimmung ist trotz der Enge gelassen, was vor allem der Verbannung von Motorrollern und Autos aus der Innenstadt zu verdanken ist.

Chinesischer Drache in Vietnam
Chinesischer Drache in Vietnam

Hoi An bedeutet übersetzt in etwa ruhiger Versammlungsort, wie passend. Touristen zahlen für das Betreten der Innenstadt einen einmaligen Eintritt, der zum Besichtigen von fünf aus über 30 Sehenswürdigkeiten berechtigt. Töchterlein und ich genießen die professionelle Tanz- und Musikdarbietung im Kulturzentrum, überqueren die japanische, überdachte Brücke mit Pagode, das Wahrzeichen der Stadt, während unser Hahn im Korb seinen Bauch zu beruhigen versucht.

Traditionelle Musikinstrumente in Vietnam
Traditionelle Musikinstrumente in Vietnam

Mit Fahrrädern ist es herrlich die Stadt und das Umland zu erkunden. Töchterlein sitzt auf dem gepolsterten Gepäckträger, singt, erzählt, saugt die Bilder mit den Augen auf, die sie abends beschäftigen und am Einschlafen hindern (Ist Vietnam reicher als Laos? Warum stehen die Häuser hier nicht auf Stelzen? Mit was wurde mit den Japanern gehandelt? Wieso wurde die Stadt im Krieg nicht zerstört?...).

Im Zug teilten wir unsere Vierer-Luxus-Kabine mit einem Amerikaner, den wir ins Herz schließen und mit dem wir gemeinsam ein weiteres Highlight erkunden: My Son, eine im Vietnamkrieg teilweise zerstörte Tempelstadt, welche ebenfalls seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Bombenkrater aus dem "American War" sind extra markiert und unter vietnamesisch-indischer Kooperationsleitung leistet ein internationales Archäologenteam Aufbauarbeit.

Die auf Touristen angelegte Tonstadt drei Kilometer von Hoi Ans Stadtzentrum entfernt ist ebenso wie die Strände Cua Dai und Cam An mit dem Drahtesel zu erreichen.

Töchterlein töpfert Tonbecher, Schalen und Vasen. Das Drehen der Tonscheibe erfolgt mit der Hand oder dem Fuß - ganz schön anstrengend! Der kleine Obulus am Eingang des Dorfes sichert der überwiegend älteren Bevölkerung ihr Einkommen. Kleine Tonpfeifen werden ebenfalls getöpfert: Töchterlein entscheidet sich für eine Schildkröte, die wir nun in unseren Rucksäcken jonglieren dürfen ;).

Töpfern in Vietnam
Töpfern in Vietnam

Ein kurzes Wort zu Zugfahrten in Vietnam: sie sind sehr zu empfehlen! Die Homepage der staatlichen Bahngesellschaft ist auf englisch, Tickets können online reserviert, jedoch nicht mit ausländischen Bankkarten bezahlt werden, dies geschieht an den Ticketschaltern der Bahnhöfe. Mehrere Kategorien stehen zur Auswahl: Die Holzklasse (tatsächlich sind die Bänke aus Holz!) ist die günstigste. Die Kosten steigern sich über die Soft-Seater Klasse, welche einem normalen Zugabteil entspricht, jedoch lassen sich die Rückenlehnen nahezu umlegen, weiter zur Hard-Sleeper-Variante, einem Sechs-Bett-Abteil bis hin zu der Soft-Sleeper-Kategorie, eine vierer Kabine, die mehr Platz bietet als das Sechser-Abteil, da die dritte, oberste Reihen Betten fehlt. Diese ist sauber, Samowar, Toilette, Waschgeleegnheit sind vorhanden.

Zug fahren in Vietnam
Zug fahren in Vietnam

Wir fahren die Wiedervereinigungstrasse von Hanoi nach Hoh Chi Minh Stadt,durchbrochen von einigen Stopps, u.a. in Hoi An und Quy Nhon. Insgesamt sind dies mehr als 1.700 km und zweieinhalb Tage Fahrt. Günstiger, aber bei weitem nicht komfortabler, sind nur die Schlafbusse. Der nächstgelegene Bahnhof zu Hoi An befindet sich in Da Nang.

In Hoi An finden wir endlich Kaffees ohne Zucker, Fair Trade-Läden und (fast) westliche Preise. Doch die Zufahrtswege in die Innenstadt sind von den gewohnten Garküchen geprägt mit den bunten Plastikhockern und den Grills, den großen Suppentöpfen und den Obsthändlern mit ihren Handwagen aus Holz.

Die Durianfrucht durchzieht die Straßen mit ihren scheußlich verführerischen Duft. Auch indisch essen wir, auf Wunsch unserer Dhaal (Linsen) -Maus. In sicherer Vorhersehbarkeit suchen uns des Nachmittags schwarze Gewitter heim. Die Straßen werden rein gespült, das Leben startet neu und klar zwischen den kühlen Laken der Nacht. Der tägliche, jedoch morgendliche Markt ist der Umschlagplatz aller Gemüse und Fischwaren, für Touristen, Hoteliers und Privatpersonen gleichermaßen.

Hoi An Versammlungsstätte
Hoi An Versammlungsstätte

In dem Land, das seine Grenzen für alle Menschen öffnet, dem Land der Träume, kommen Töchterlein immer öfter Gedanken an zu Hause, ihre Freunde, die Schule, ihren Hund Abu und ihre Großeltern, schließlich verlässt uns unser männliches Familienmitglied in ca. drei Wochen in Richtung Realität, Alltag, Deutschland und zu seinem großen Glück: in Richtung Musik.

Hier findest du alle Infos und laufende Reiseberichte zu Veras Weltreise 2018/19.

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