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Java

Java in Indonesien - Backpacking & Roller fahren


Leicht seekrank und mit Sturzbächen an Schweiß, die zwischen den Schulterblättern hinab rinnen und von der Nasenspitze tropfen, balancieren wir, gehüllt in Dieselschwaden der Lastwagen, die aus dem Bauch der Fähre gemeinsam mit uns an Land gespuckt werden, über die morschen Holzbretter entlang nach Banyuwangi.

Ankunft auf Java - Indonesien

Von hier aus geht es endlich wieder mit der Eisenbahn ins Landesinnere. Der Kauf der Zugtickets ist gänzlich unkompliziert direkt am Bahnhof möglich. Wir stärken uns in einem holländisch-indonesisch geführten Warung und sehen zum ersten Mal in unserem Leben nur ein Tag alte Babykätzchen.

Nach einem solchen eindrucksstarken Tag und den dröhnenden, dauerhaft durcheinander singenden Muezzin fällt das Einschlafen schwer, doch die Nacht ist kurz, unser nächstes Ziel heißt Malang und Mount Bromo.

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Auch holt uns das erste Bauchgrummeln in Asien ein und wir verschieben unsere Weiterreise um einen Tag. Die Zugfahrt verwöhnt uns in der harten Economyklasse zu dritt auf einer Sitzbank nicht mit Komfort, dafür mit wunderschönen Landschaftsbildern, die wie im Kino an unserem langsam dahin ruckelnden Zugfenster vorbeiziehen: Reisfelder, Rikschafahrer, alte Pferdekutschen, Männer und Frauen mit spitz zulaufenden Strohhüten, Rollerfahrer, die 2 m lange Bambusstäbe, gestapelte Hühnerkäfige oder Säcke voller Reis transportieren, dichter Dschungel, immer wieder durchbrochen von knallbunten Dörfern. Der Zug wird von einigen indonesischen Damen als Haus angesehen, sodass hier drinnen das Kopftuch abgenommen wird und erst m Bahnhof wieder angezogen. Dabei ist die Klimaanlage auf ca. 15 °C gestellt.

Hier wohnen wir bei einer lieben Familie mit drei Kindern, dem Opa und Onkeln und Tanten zusammen in einem Haus. Wir werden ausgestellt, herumgereicht und vorgeführt wie seltene Fabelwesen, bekommen Leckeres und viel zu viel zu essen und Amalia freundet sich mit Prisma, der 10 jährigen Tochter an und geht mit dieser zur Schule.

Bei einer Gastfamilie auf Java (Indonesien)

Im Familienhaus findet Kindergarten auf asiatische Art statt: Die Schule wird renoviert und ca. 30 Vierjährige drängen sich auf 20 qm, hören Ohren betäubende Musik, machen dazu Morgengymnastik, wiederholen im Chor das Alphabet, sitzen brav an Tischen und malen Bilder, alles unter den Argusaugen von einigen Müttern, die ihren Vormittag ebenfalls hier verbringen.

Julian und ich flüchten auf den Markt, hier ist es ruhiger ;). Wir bestaunen frische Früchte, probieren Jack Fruits, trinken Zucker mit Kaffee und nehmen Eindrücke und Gerüche in uns auf: hier gibt es ausgenommene Hühner mit intaktem Federschmuck am Kopf, dort Sprottenfische, dann wieder Kleider, Selbstgebackenes und Frittiertes. Zum Frühstück gab es übrigens frittierte Banane mit Zucker und gelierte Früchte. Habe ich erwähnt, dass dem gesamten männlichen Familienteil die Frontzähne fehlen? Amalia ist negativ beeindruckt und putzt nur noch mit ihrer elektrischen Zahnbürste.

Traditionelles Essen ist hier Reis mit Maisgries, dazu scharfer Spinat, gekochte Okraschoten und jede Menge Obst. Gefrorener Passionsfruchtsaft wird Amalias Lieblingseis.

Jackfruit Java Indonesien

Amalia fährt mit der Familie zu viert auf einem Roller, Julian und ich erinnern uns an unsere Jugendzeit, damals, als wir die Straßen des Elsass mit unserer Suzuki Bandit unsicher machten, wir sausen zu zweit auf dem Roller nur zum Spaß durch Dörfer, halten an Reisfeldern und gehen spazieren.

Nachmittags fahren wir mit LKW Reifen durch den Fluss und sausen durch Stromschnellen. Das kräftige Gewitter mit Regen, der auf uns niedergeht, stört uns nicht. Abends werden wir in traditionelle Timur-Java-Hochzeitskleider gesteckt, gefilmt und fotografiert. Insbesondere die Frauen der Nachbarschaft, die zahlreich ins Haus strömen, um dem Spektakel beizuwohnen, haben großen Spaß. Julian wird danach noch zu einem traditionellen Tanzabend nur für Männer entführt, wir Mädels genießen eine weitere Eimerdusche und gehen in unserem Zimmer mit Fensterluke zu Bett.

Am nächsten Morgen starten wir bei Nieselregen Richtung Vulkangebrige, unser Ziel ist der über 2000 m hohe Mount Bromo, ein aktiver Vulkan. Wunderschön soll er sein, rauchend und verwunschen. Uns erwarten Schotterpisten im Nationalpark, Regen und düstere Wolken. Die Temperatur fällt auf unter 15 °C, wir frieren in unseren Regenjacken, Pullis und FlipFlops.

Mount Bromo Indonesien Java

Dann versagt auch noch unser Roller: der Motor raucht und spuckt, wir sind zu schwer. Ein netter Mann hält an und nimmt uns Mädels mit zum Aussichtspunkt. Als der Motor sich beruhigt, kommt Julian hinterher. Oder auch nicht, denn oben angekommen, warten wir vergeblich.

Dann kommt ein Mann anlaufen und ruft: Madame, crash! Husband crash!

Und dann explodiert nicht der Vulkan, sondern meine Welt und wird schwarz.

Weiterlesen: Unfall auf Java

05.02.2019

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