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Besuch bei den Irawadi-Delphinen im Mekong

Mekong Insel Kaoh Trong


Ein weiterer Reisetag: von Siem Reap nach Kratie am Mekong Fluss.


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Abentuer Lokal Bus

Guter Dinge werden wir 30 Minuten zu spät abgeholt und zum lokalen Bus gebracht, der immerhin über eine Klimaanlage verfügt. Mehrmals pro Stunde halten wir an, um Menschen ein und aussteigen zu lassen, Plastikhocker sind die Sitzplätze im Gang. Julians Sitzlehne wackelt hin und her, jede Bodenwelle eine kleine Schaukel: Ja, sorry, dann ist das eben so.

Minibus Kratie Kambodscha

Pünktlich nach neun Stunden, statt der angekündigten sieben, heißt es: wer nach Kratie will, steigt nun aus und mitsamt Gepäck in den Minivan um. Natürlich ohne Klimaanlage, wir sitzen im Kofferraum, die Fenster bei uns sind nicht zu öffnen und da wir ja lediglich 20 (zwanzig!!) Personen (ok, inklusive Fahrer) sind, stinkt es bald wie im Pumakäfig. Da hilft es nicht, dass mein netter Sitznachbar Nudeln und gesalzene Muscheln, Eier und gebratene Käfer verzehrt - ein sehr geruchsintensives Unterfangen. Nach zwölf Stunden sind wir endlich am Ziel...

Verschwitzt sind wir zum Tagesanbruch wieder wach, der Ventilator und mehrmaliges, nächtliches duschen bringen nicht genügend Kühlung: aber so können wir früh zur Mekong Insel Kaoh Trong aufbrechen.

Mekong Insel Kaoh Trong

Eine lokale Fähre transportiert Mensch, Tier und Maschine für 0,25 USD und braucht ca. 15 Minuten. Dort leihen wir für einen USD je ein Fahrrad für den ganzen Tag und radeln kreuz und quer über die Insel und durch die Zeit.

Floating Village Kratie Kambodscha

Das kambodschanische Landleben scheint stehengeblieben zu sein, kaum Touristen kommen hierher. An der Südspitze liegt ein schwimmendes Dorf, am breiten Mekong-Sandstrand wird gegrillt, Karaoke gesungen und in Hängematten gedöst. Nach 13 km sind wir nass vor Schweiß, begeistert und bereit für ein ganz kambodschanisches Bad im Mekong in voller Montur.

Tropische Hitze

Kennt das jemand? Wir versuchen beim Schlafen eine möglichst geringe Auflagefläche zu haben, um möglichst viel Ventilatorluft an uns heran zu lassen. Wir werfen, sobald wir im Zimmer sind, alle Klamotten von uns. Wir duschen ca. fünfmal am Tag und ebenso oft in der Nacht.

Wir haben fiese Erkältungen durch den Wechsel zwischen eiskalten Klimaanlagen und der tropischen Hitze. Wir trinken kühle Dosengetränke aus Eistruhen voller Eis, das auf Lastwagen in Blöcken geliefert wird, Eistruhen die nicht an Strom angeschlossen sind und bei denen ich mir nicht vorstellen mag, wann sie zuletzt ausgewaschen wurden.

Ab 10 Uhr morgens suchen wir gemeinsam mit den einheimischen Schatten, meiden überflüssige Bewegungen und würden am liebsten, wie viele Landbewohner, die heiße Zeit verdösen. Diese dauert bis 17 Uhr. Das Klima ist abweisend, fast feindlich und bringt doch so wunderbare Landschaften, Tierwelten und Essensgenüsse hervor.

Essen Markt Kratie Kambodscha

Die Mekong Delphine

Wir möchten die Gegend erkunden, Erfahrungen sammeln und unsere Neugier befriedigen. So brechen wir mit dem TukTuk gen Norden auf und besuchen die Mekong Delphine, eine Schildkrötenaufzuchtstation, den 100 Säulen Tempel, Stromschnellen und Picknickplätze.

Die Süßwasserdelphine des Mekong, genauer gesagt die Irawadi-Delphine sind eine Walart, die manchmal auch als Flussschwein bezeichnet wird und lediglich nördlich von Kratie bis zur 4000 Insel-Landschaft in Laos dauerhaft in einem Fluss leben. Ansonsten leben die Tiere in südostasiatischer Küstennähe u. Flussdelta und schwimmen nur gelegentlich in Flüsse hinauf.

Sie wurden nach dem Fluss Irawati benannt, indem sie jedoch nicht vorkommen. Die Gesamt- Tierzahl wird auf ca. 80 Tiere im Mekong geschätzt (2016). Sie tauchen etwa alle ein bis zwei Minuten auf und leben in Schulen von circa sechs Tieren zusammen.

Wir hatten das Glück viele Tiere auftauchen, Wasser sprühen und springen zu sehen. Ein herrliches Schauspiel!

Mekong Delfine

Hierzu mietet man eine kleine Nussschale samt Bootsführer und genießt den breiten Mekong mit seinen kleinen Inselchen und begibt sich leise auf Entdeckungsreise: nicht bald, und die putzigen, plattnasigen Tiere tauchen ab und auf.

Wenige Touristen waren mit uns gemeinsam unterwegs, dennoch handelt es sich hier um ein von Deutschland und der Schweiz gefördertes Tierschutz- und Tourismusprojekt. Auch die Aufklärungsarbeit, die Delphine nicht zu jagen, läuft auf Hochtouren und so scheint sich die Population zu erholen.

Auch die Riesenweichschildkröte des Mekong wird nun geschützt: Nester werden markiert und vor Fressfeinden geschützt, die kleinen Schildkröten verbringen die ersten zehn Monate in einer Aufzuchtstation, um ihr Überleben zu gewährleisten, bevor sie in die Freiheit entlassen werden. In Schulen und Gemeinden finden sich Informationstage, dass die Schildkröten nicht gegessen oder zu Medizin verarbeitet werden sollen (auch nicht deren Eier!). Die Aufzuchtstation, mitfinanziert durch die Klostermönche des 100 Säulen Tempels, kann gegen einen kleinen Obulus besucht werden, wobei bei der artgerechten Haltung noch Luft nach oben ist.

Die Kampi Flussschnellen

Richtig klasse und nicht touristisch erschlossen, dafür bei Locals sehr beliebt, sind die Kampi Flussschnellen. Hier verbringen Kambodschaner ihre Freizeit und das Wochenende: durch den gesamten Fluss ziehen sich schwimmende, offene Häuser mit Hängematten, Essensständen und Getränken.

1000 Riel kostet der Eintritt (25 US-Cent) für einen ganzen Tag Badevergnügen: wir lassen uns durch Stromschnellen treiben, immer und immer wieder, stoßen uns die Knie an, werden von Locals fotografiert, tauchen, werden von Krebsen in den Zeh gezwickt und lachen laut und viel. Als unsere Haut einen Ausschlag zeigt, beenden wir das Vergnügen: die Sauberkeit des Flusses scheint nicht mit der Vorstellung unserer Haut von Hygiene zu vereinbaren.

So verbringen wir unsere letzten Tage in Kambodscha in Schweiß, Hitze und dem Mekong.

11.04.2019
Hier findest du alle Infos und laufende Reiseberichte zu Veras Weltreise 2018/2019.

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