Werbehinweis

Mongolei - Leben in der Jurte

Mongolei - Leben in der Jurte


Unsere Backpacker sind nach ihrer Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn in der Mongolei angekommen

Landleben bei einer Nomadenfamilie

Die mongolischen Straßen wurden uns bereits in Russland als besonders Magen-unfreundlich angepriesen, nun sitzen wir schwitzend die neunte Stunde in einem Allrad-Bulli und wissen: nur wer es erlebt hat, weiß, dass Worte der Realität nur spotten können.

Offroad im russischen Van

Nationalpark Orkhontal

Diverse blaue Flecken und einen unfreiwilligen Diättag später kommen wir an: im Nationalpark des Orkhontals, des längsten Flusses der Mongolei, über Selenge in den Baikalsee mündend und nahe dem höchsten Wasserfalls der Mongolei, gelegen im Oevoerkhangai-Aimag, in der Zentralmongolei gelegen.

Nationalpark Orkhontal Mongolei

Kein einziges Mal wählt der Fahrer die für mich am komfortabelst wirkende Piste, dafür geht es unzählige Male durch Bäche, über Stock und über Stein.

Die Weite der Mongolei beeindruckt uns

Wir fahren durch Steppe, Wüste und Gebirge. Adler und Falken kreisen am Himmel. An einer großen Sanddüne machen wir Halt und bestaunen die zweihöckrigen Kamele.

Das Orkhontal selbst ist von Vulkanen und dem erstarrten Basaltstrom geprägt, welcher für die aberwitzigen, schwarzen Felsformationen, über die wir holpern, verantwortlich ist.

ANZEIGE

Wir leben bei einer Nomadenfamilie

Wir leben bei einer Nomadenfamilie, in deren extra für uns mit Betten bestückten, winzigen Kochjurte.

Die sechsköpfige Familie bewohnt gemeinsam eine Jurte, in der Mitte ein großer Holzofen, der als Wärmestelle und Kochgelegenheit dient, drei Betten und filigran verzierte Holzschränkchen stehen entlang der halbhohen Wände.

Leben in der Jurte

Jedes Jahr um die Sommerzeit wohnt die Familie im Tal, sie besitzt drei Touristenjurten, die ein wenig Geld einbringen, und lebt im Einklang mit und von ihren Viehherden: Yaks, Ziegen, Schafe, Pferde, insgesamt sind es ca. 500 Tiere. Über die genaue Anzahl spricht man in der Mongolei nicht. Einen Hund gibt es ebenfalls.

Nomadenleben Tiere Mongolei

Das Winterquartier befindet sich nicht weit von hier, am Hang der das Olrkhontal säumenden Berge. Hier gibt es mehrere Saisons überdauernde Ställe für die Tiere. Ende September zieht die Familie um.

Der Familienrhytmus wird komplett von den Tieren vorgegeben

Im Sommer beginnt der Tag circa um 8 Uhr, der Ofen wird geheizt, Milchtee zubereitet. Die Yaks werden gemolken. Hierzu werden die Tiere, bei Benzinknappheit, mit dem Pferd oder dem Motorrad unter wildem Hupen zusammengetrieben, die Yak-Kälbchen einzeln zu ihren Müttern gelassen, um den Milchfluss anzuregen, und nach kurzer Zeit wieder entfernt. Nun kann gemolken werden. Das abendliche Melken wird während unserer Zeit in der Nomadenfamilie eingestellt, sodass die Yak-Kälbchen genug Winterspeck ansetzen können.

Yak, Ziege, Stute melken Mongolei

Die Fohlen bleiben, im Gegensatz zu allen anderen Tieren, tagsüber angebunden, sodass die Stuten gemolken werden können, bis zu fünf Mal am Tag. Abgesehen von den insgesamt zwölf Melkeinsätzen, denn auch die Ziegen und Schafe wollen gemolken werden, ist die Mutter der Familie den ganzen Tag mit dem Verwerten der Milchprodukte beschäftigt, auch um einen Wintervorrat anzulegen. (mehr dazu: Traditionelles Essen in der Mongolei.

Die drei ältesten Kinder gelten als vollwertige Arbeitskräfte

Jeder hat einen eigenen Aufgabenbereich: die älteste, 20 jährige Tochter führt mit der Mutter den Haushalt, wäscht Wäsche und kocht.

Der 16 jährige Sohn treibt die Viehherden mit dem Vater gemeinsam zusammen, kümmert sich um die Pferde, den Erhalt der Jurten und Gehege für die Jungtiere und hackt Holz.

Die zehnjährige Tochter holt Wasser, hilft beim Melken und passt auf die kleine, dreijährige Schwester auf, die noch Narrenfreiheit genießt.

Nomadenleben Mongolei

Jedes Kind geht zur Schule, die Familie besitzt Solarpanelen und somit Strom für Handys und einen Fernseher samt Satellitenschüssel. Die Schule ist 15 km entfernt, die Kinder machen sich mit Motorrad oder, im Winter, zu Pferd auf den Weg.

Zur Zeit sind Sommerferien. In der Mongolei sind neun Schuljahre obligatorisch, danach folgen drei weitere Jahre College, um den für die Universität qualifizierenden Schulabschluss zu erlangen. Der Sohn der Familie hat sich bereits zu dem Nomadenleben seiner Eltern entschlossen, während die älteste Tochter das College besucht.

Alltag im Orkhontal

Tagsüber ist es sommerlich warm, nachts fällt die Temperatur bereits unter fünf Grad Celsius, das Wetter wechselt schnell.

Bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit sind es 40 km auf Schotterpisten. Die Familie besitzt einen kleinen LKW, mit dem sie Plastikmüll auf die städtische Müllhalde fahren (wo er verbrannt wird) und dessen Batterie nachts unsere Lichtquelle, eine kleine Glühbirne an der Jurtendecke, speist.

Die Kinder lieben Süßigkeiten und haben so eine große Gemeinsamkeit mit unserem Töchterlein. In ihrer Freizeit spielen alle gemeinsam: sie spielen Ball, fangen, fahren Fahrrad. Mit nacktem Po jagt die kleinste, Baby genannt, hinterher. Sie wird gerade sauber und noch gestillt.

ANZEIGE

Wandern durch das Orkhontal

Stundenlang wandern wir durch das Orkhontal, sehen jede Menge Jak- und Pferdeherden, Tierskelette, Murmeltiere und Springmäuse. Ein dreistündiger Ausritt bringt uns zu dem größten Wasserfall der Mongolei, dem Orkhonwasserfall, das Wasser stürzt 20 m in die Tiefe, eifrig kraxeln wir hinunter und bestaunen das Naturschauspiel des fallenden Wassers vor dunklem Basaltgestein und in den letzten Sonnenstrahlen des Tages. Wir hören bereits den Donner grollen.

Orkhonwasserfall Mongolei

Ein Erdloch als WC

Wir nutzen Flusswasser als Waschmöglichkeit und abgekocht als Trinkwasser, üben Handstand und Rad schlagen, laufen Slalom durch all die Yakhaufen und Pferdeäpfel, zu unserem Loch im Boden, der Toilette. Regelmäßig darüber geschüttete Erde hält den Geruch des gerade mal einen Meter tiefen Lochs in Schach.

Toilettengang WC Mongolei

Wir kochen ebenfalls auf dem Holzofen, allerdings unsere mitgebrachten Lebensmittel und vegetarisch, unserem Magen zuliebe. Häufig dürfen wir all die Köstlichkeiten der mongolischen Familie probieren, häufig sind sie mit unserem europäischen Geruchssinn und Verdauungssystem nicht kompatibel. Doch unsere Spaghetti mit Oliven schmecken Kind und Ziege der Nomadenfamilie ebenfalls sehr.

Mongolei Nomadenfamilie

Wir sind einfach nur da

Töchterlein kommt hier nach aufregenden fünf Wochen Reisezeit mit niemals mehr als vier Nächten an einem Ort, zur Ruhe; wir lernen ausgiebig für die Schule, verbringen viel Zeit am und im Fluß, matschen, wandern mit Stirnlampen durch die Nacht und üben uns im Ziegenmelken. Wir kommen zur Ruhe, lauschen der Stille, sortieren uns neu und sind einfach nur da.

Auszeit Weltreise Mongolei

27.08.2018

Hier findest du alle Infos und laufende Reiseberichte zu Veras Weltreise 2018.
Buchtipp Reise Know-How Mongolei*

© familienkost.de
* Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Käufen. (Dies ist ein Affiliate-Link, der uns beim Kauf mit einer kleinen Provision unterstützt dieses Familienmagazin zu finanzieren. Für euch ändert sich am Preis dadurch nichts.)
Zur Kategorie around the world

Schlagworte:  

ANZEIGE