Peking

Peking Sehenswürdigkeiten / Weltreisebericht


Sightseeing in Chinas Hauptstadt Peking

Aus dem Entwicklungsland Mongolei mit gerade drei Millionen Einwohnern geht es mit dem herrlich komfortablen, sauberen und liebevoll dekorierten chinesischen Zug der transsibirischen Eisenbahn Richtung Osten.

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Drei Stunden dauern die Einreise und das Umspuren des Zuges mitten in der Nacht an der Grenze, wozu alle Passagiere den Zug verlassen und in tiefster Nacht in einer streng bewachten Bahnhofshalle ausharren dürfen.

Der Sonne, dem Morgen und der chinesischen Hauptstadt entgegen

Dann fahren wir der Sonne, dem Morgen und der chinesischen Hauptstadt mit 12 Millionen Einwohnern entgegen: Peking ist von berauschender Größe.

Entgegen unserer Vorstellung gefällt uns die Stadt ausnehmend gut: Sie erstrahlt bunt in ihrem Herbstkleid, herausgeputzt für den höchsten Feiertag Chinas (neben dem chinesischen Neujahr): dem Nationalfeiertag am 1.10.

Nationalfeiertag wird zur Festwoche

Am 1.10. wird die Gründung des heutigen Chinas vor 69 Jahren (1949) gefeiert. Der Feiertag wird zu einer Festwoche ausgedehnt: in der Goldenen Woche hat China frei, nicht wenige nutzen diese Zeit für einen Kurzurlaub in Peking.

So kommen auch wir in den Genuss eines traditionellen Festtagsessen bei unserer reichen Couchsurfingfamilie, deren sechs-Zimmer-Wohnung direkt am 2. Ring der Innenstadt im 17. Stock gelegen einen fantastischen Ausblick bietet: Wir schlemmen Lamm im Kräutermantel, traditionelle Reissuppe , gebratenen Kohl, Bohnen in Knoblauch und Rührei mit Schnittlauch.

Sightseeing

Am nächsten Tag lassen wir unsere Zehenspitzen ins Wasser und unsere Seele im Neuen Sommerpalast baumeln, welcher seit 1998 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Wir genießen die schattigen Wege, überqueren die 17-Bogen-Brücke, bestaunen die vielen Pavillone und das Steinschiff, schlecken Eis und sind glücklich. Doch dann zieht es uns ins Getümmel: direkt zum Tiananmen Platz, hier befindet sich, unter dem Bild Maos, der Haupteingang zur Verbotenen Stadt.

Polizisten, Freiwillige und auch Soldaten helfen, die Menschenmassen zu dirigieren, Richtung Maos Mausoleum, vorbei am Denkmal für Nationalhelden, an dem Parlamentsgebäude und dem chinesischen Staatsmuseum.



Weltreise Peking China

Doch wir schlagen die andere Richtung ein: Direkt nördlich der Verbotenen Stadt gelegen befindet sich der Jimgshan Park, von dem man eine fantastische Aussicht auf die Verbotenen Stadt hat.

Die gerade 2 Juan Eintritt lohnen sich auch für schöne Tempelgebäude und verwunschen angelegte Spazierwege den ehemaligen Kohlehügel der Verbotenen Stadt hinauf.

Kaum sind wir wieder hinunter gestiegen, freundet sich Amalia mit lokalen Anglern an, die im Wassergraben um die Verbotene Stadt ihr Anglerglück suchen. Als Köder dient Hackfleisch, Töchterlein darf es sich auf dem Mopedsitz bequem machen und stolz die Angel halten. 100 m weiter ragt das weithin sichtbare Schild Angel verboten aus dem Wasser.

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Essen in Peking

Geht man in China in den Supermarkt, finden sich neben Tiefkühlkost, Obst (in Buddhaform gebrachte Birnen) und Gemüse Aquarien, gefüllt mit Fischen, Garnelen, Krebsen.

Frischer geht es nicht: Die Fische werden nach Bedarf vor aller Augen getötet und ausgenommen und nach Gewicht bezahlt. Diese Aufbewahrungsform von Nahrungsmitteln findet sich auch in jedem guten Restaurant. Krebse gibt es auch zusammengebunden im (trockenen) Regal nebenan.

Supermarkt Peking / China

Richtig lecker ist die chinesische Version von Hotpot, bei der in die Mitte des Suppentopfes eine Aussparung für heiße Kohlen gelassen wird und in die Suppe beständig neues Wasser zum Garen der Zutaten wie Kohl, Pilze, Glasnudeln, gewalzte Bohnenschalen und vor allem Fleisch gegeben werden.

Hot Pot China

Ein bekanntes und zur Touristenattraktion gewordenes Essensviertel ist Dianmen, allerlei Köstlich-/ Scheusslichkeiten finden sich hier: gegrillte Grillen, frittierte Schlangen, etc. Dennoch lassen sich hier auch wirklich gut, frisch und für maximal 2 Euro Nudelsuppe, Gemüsenudeln, Reisgerichte, etc. verzehren.

Wir gehen in die touristische, aber deshalb nicht minder beeindruckende Kung Fu Show des Red Theatre, die günstigsten Karten gibt es ab ca. 25 Euro pro Person. Die Show erzählt die Geschichte eines kleinen Jungen, der ins Kloster kommt und zum Mann heranreift und dabei den Herausforderungen des Klosterlebens begegnet: er erlangt mentale Stärke, körperliche Kraft und einwandfreie Technik. Die Show arbeitet mit Special Effects, Projektionen und Lichteffekten und dauert mit ca. 70 min gerade so lange, dass sie für Familien mit Schulkindern hervorragend geeignet ist.

Das Internet in Peking nutzen

Um uns in China zurechtzufinden und mit der Welt verbunden zu bleiben, glauben wir als Europäer Google (-mail/-maps) zu benötigen und dafür wiederum benötigen wir einen VPN Client, denn Google, Youtube und Whats App sind in China verboten. Wir nutzen den kostenpflichtigen ExpressVPN, den man jedoch dreißig Tage kostenlos testen kann, und sind hochzufrieden.

Die Verbotene Stadt

Die Verbotene Stadt durchqueren wir mit Touristenmassen aus aller Welt von Süd nach Nord, es gibt jeweils nur einen Ein- und Ausgang.

Verbotene Stadt Peking

Wir nutzten den östlichen Zugang zu dem Eingang - waren damit deutlich schneller und geruhsamer unterwegs als die Touristengruppen, die sich unter dem Konterfei Maos hindurchschoben.

Es lohnt sich wirklich, früh aufzustehen und den ganzen Tag dort zu verbringen. Getümmel, Körperkontakt und klingelnde Ohren sind garantiert und eine gute Gelegenheit, sich in Ruhe und Gelassenheit zu üben. Dies gelingt mir bis zum Nachmittag, dann muss ich trotz beeindruckender Architektur und wirklich informativem Audioguide hinaus: in die vergleichsweise Ruhe und Einsamkeit der Pekinger U-Bahn und ab ins nahezu verlassen wirkende internationale Hostel mit 200 Zimmern.

Verbotene Stadt China

Hello Mister, may I introduce myself?

Weitläufiger ist der Himmelstempel mit wunderschönem Rosengarten und dem Garten der 100 Blumen. Hier treffen wir viele Schulklassen, die an uns Ausländern ihr Englisch üben (Hello Mister, may I introduce myself? My name is...). Julian scheint hierbei das beliebteste Opfer ;).

Himmelstempel Peking China

Gitarrenfabrik von Eastman

An unserem letzten Tag in Peking besuchen wir die Gitarrenfabrik von Eastman. Stolz führt uns der Leiter durch das große Fabrikgebäude, insgesamt 500 Mitarbeiter gibt es hier, neben Gitarren werden hier Ukulelen, Flöten, Kontrabässe und Geigen, alle in Handarbeit, gefertigt.

Die Arbeitszeit umfasst acht Stunden pro Tag, je nach Arbeit werden die Arbeiter nach Stückzahl bezahlt, tatsächlich tragen die Arbeiter Atemschutzmasken und Gehörschutz, falls nötig.

Eine Gitarre benötigt zur Anfertigung zwischen einem und drei Monaten bevor sie die Fabrik verlässt, das Holz für die Instrumente bezieht die Fabrik aus aller Welt.

Gitarrenfabrik Eastman Peking China

Von der Einkind- zur Mehrkindpolitik

Spannend zu erfahren war für mich, dass nur jeder fünfte Chinese ein Einzelkind ist, denn selbst zu Zeiten der Einkindpolitik (1980 - 2015), die mittlerweile auf eine Zweikindpolitik erweitert wurde, konnte das Gesetz nicht konsequent durchgesetzt werden: immer mehr Chinesen konnten sich „freikaufen“, bzw. fielen unter die Ausnahmeregel, z. B. Bauern, deren erstes Kind ein Mädchen war, oder wurden schlicht von dem System nicht erfasst (es gibt ca. 4 Millionen Wanderarbeiter in China).

Es wird vermutet, dass im nächsten Jahr, das Jahr des Kaninchens, auch die Restriktion auf zwei Kinder aufgehoben wird, macht doch auch dem 1,4 Mrd. Mann starken China eine immer älter werdende Bevölkerung und die Finanzierung des Gesundheitswesens zu schaffen.

So zeigt die Briefmarke des nächsten Jahres eine Kaninchenfamilie mit drei Kindern, gab es doch letztes Jahr eine Briefmarkenhündin mit zwei Jungen.

Persönliches Fazit

Für uns war China so neu und aufregend, so anders als gedacht, so viel schöner als befürchtet, so viel mehr als nur der letzte, logische Stopp unserer Reise durch Asien.

Wir sind sehr dankbar, diesen kurzen Einblick in ein Land voller Gegensätze, im hektischen Wandel der Zeiten genau jetzt bekommen zu haben.

Reisen ist fatal für Vorurteile, Bigotterie und Engstirnigkeit (Marc Twain).

28.10..2018
Hier findest du alle Infos und laufende Reiseberichte zu Veras Weltreise 2018.

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Weltreise Bericht aus Warschau


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