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Über Vientiane nach Luang Prabang

Über Vientiane nach Luang Prabang in Laos


Die verschlafene Hauptstadt Laos erscheint so gar nicht wie andere asiatische Großstädte: kaum Roller, kein Stau, kein Hupen, breite, leicht zu überquerende Straßen und die Möglichkeit, die Innenstadt ohne Atemmaske mit dem Fahrrad zu durchqueren.

Wir radeln zur goldenen Stupa im buddhistischen Tempel Pha That Luang, zur schwarzen Stupa, That Dam, zum Unabhängigkeits- und Kriegsdenkmal Patuxai, das mit seiner eindeutigen Ähnlichkeit zum Arc de Triomphe in Paris ausgerechnet die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Frankreich zeigen soll.

Golden Stupa Vientiane
Golden Stupa Vientiane

Der Präsidentenpalast erscheint in strahlendem Weiß, der gegenüberliegende Park Chao Anouvong wartet mit Spielplatz und Sportgeräten auf. Am Mekong-Ufer schlendernd blicken wir über den Fluß nach Thailand. Wir verlieren Julians Gitarre im Moto-Tuktuk und bemerken es erst drei Tage später: eine wilde Jagd durch Vororte, zurück zum Busbahnhof und ins Umland beginnt. Dann haben wir sie wieder, im Häuschen des Tuktukfahrers eingelagert, ungeöffnet und staubig. Wir werden sogar zum Familienessen eingeladen, mein Musikermann ist glücklich. Nun steht dem klangintensiven, ohrenfüllenden Konzert meiner Familie bestehend aus Gitarre und Flöte nichts mehr im Weg.

Luang Prabang - schönste Stadt Südostasiens

Zehn Stunden, 20 Millionen Kurven, diverse Stopps zum Kühlen des Motors, wummernden Beats, Mitfahrern, denen übel wird, später sind wir im Norden Laos angekommen, in der 1995 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannten Stadt Luang Prabang, der ehemaligen Königshauptstadt des gleichnamigen Königreiches Luang Prabang und Lan Xans.

Bis 1975 war sie die Hauptstadt Laos, somit auch des französischen Protektorats bis 1953. Zahlreiche buddhistische Tempel finden sich hier, residierte doch das buddhistische Oberhaupt Laos in Vat Mai (Top-Aktivitäten in Luang Prabang).

Die 66.000 Einwohner starke Stadt verfügt über eine Universität und ist bekannt für ihre qualitativ hochwertigen Handwerksprodukte. Während des Zweiten Indochinakrieges, auch bekannt als Vietnamkrieg, und während des Secret Wars, dem Bürgerkrieg in Laos zwischen den königstreuen Truppen und den Pathet Lao, der kommunistischen Partei Laos, welche 1975 die Macht übernahm und noch immer die einzig zugelassene Partei ist und somit die Regierung im heutigen Laos stellt, wurde Luang Prabang weitgehend verschont. Amerikanische Bomben fielen kaum auf die Stadt, obwohl sich die Pathet Lao ganz in der Nähe bei den Pak Ou Höhlen versteckt hielten.

Die Luft ist diesig, erfüllt vom Rauch der abgebrannten Wälder und Reisfelder, jetzt zum Ende der Trockenzeit. Wir hoffen, dass die laotische Regierung der illegalen Abholzung der Regenwälder bald effektiv einen Riegel vorschieben kann.

Langboot am Mekong Ufer
Langboot am Mekong Ufer

Hier fließen die beiden Flüsse Mekong und Nam Khan zusammen, die Innenstadt bildet in deren Mitte eine Halbinsel an deren Spitze sich ein schattiger, kleiner Park befindet und auf der der heilige Berg Phousi liegt. Hier mischen sich französischer Kolonialstil, der 100 Jahre alte Königspalast und Tempelanlagen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Das Herzstück bildet der Wat Xieng Tong, der einzige aus dem 16. Jahrhundert erhalten gebliebene Tempel.

Wat Xai Luang Prabang
Wat Xai Luang Prabang

Wir wohnen außerhalb der touristischen Innenstadt Luang Prabangs und überqueren tapfer die private, 50 Eurocent teure Bambusbrücke über den Nam Khan, um zur Hauptstraße, den Nachtmarkt und den Morgenmarkt und in die Essensstraße zu gelangen.

Hier sind auch schöne Handwerksläden angesiedelt, hier gibt es Webstoffe, Kleidungsstücke, Holz- und Tonarbeiten, handgeschöpftes Papier und handgefertigte Messer. Wir achten auf das Siegel handmade in Luang Prabang unter dem sich ortsansässige Familien und Künstler zertifizieren. Denn leider gibt es auch hier chinesische, maschinenproduzierte Massenware, die unter Preis verkauft wird, aber niemandem nützt: weder Käufer noch Verkäufer, die von dem niedrigen Lohn nicht leben können.

Bambusbrücke Luang Prabang
Bambusbrücke Luang Prabang

Jeden Morgen um 5.30 Uhr findet der traditionelle Bettelgang der Theravada buddhistischen Mönche statt. Anwohner bieten den über 1000, durch die Straßen strebenden Mönchen kniend Essen dar und werden im Gegenzug gesegnet. Die Mönche dürfen traditionell nur das Verzehren, was ihnen geschenkt wird. Leider ist diese Form der Nächstenliebe leicht zur Touristenattraktion verkommen, denkt man sich die vielen Fotoapparate weg, erkennt man jedoch den tiefen Glauben und die Verbundenheit von Bevölkerung und buddhistischem Glauben, obwohl dieser von 1975 bis 1993 mehr geduldet als aktiv praktiziert wurde.

Wir essen mindestens einmal pro Tag im indischen Restaurant Nisha, das vom Sohn der indischen Familie unseres Lieblingsrestaurants in Don Det auf den 4000 Inseln im Süden Laos betrieben wird. Und was trinken wir? Salty Lassi natürlich!

Die Innenstadt ist wunderschön, geprägt von traditionellen laotischen Holzbauten, Häusern im französischen Kolonialstil, durchsetzt von großen Tempel und Klosteranlagen – kein Wunder dass Luang Prabang als schönste Stadt Südostasiens gehandelt wird und sich immer mehr zum Touristenmagneten Laos entwickelt!

Hier findest du alle Infos und laufende Reiseberichte zu Veras Weltreise 2018/19.

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