Winterurlaub in Schweden mit Kind und Hund

Winterurlaub in Schweden mit Kind und Hund


Begleite Vera in ihren Winterurlaub nach Schweden in den Schnee mit Kind und Hund und lass dich vom Reisefieber packen

Bjulebo an der südschwedischen Ostseeküste im Winter

Direkt nach Silvester starteten wir pünktlich zur Nebensaison unseren ersten Familienurlaub mit Hund und Kind. Geplant waren jeweils Fahrten über Deutschland, Dänemark, mit der Fähre bei Puttgarden und über die Öresundbrücke nach Schweden durch die regenreiche Winternacht voller Jazzmusik, literweise Kaffee und Schokolade.

Tatsächlich wurde es eine Fahrt durch die regenreiche Winternacht mit stundenlangen Bibi und Tina Geschichten, „gesunden“ Obstsnacks und Gemüsesticks. Nunja, immerhin die Route blieb wie geplant. Und am 1.1. fährt auch sonst niemand, absolut niemand, in Urlaub.


Auf der dritten, bitterkalten Hundewelpe-muss-Pipi-Pause, schickten wir Damen Papa alleine vor die Autotür. Wir waren bereits in Schweden angekommen. Wir froren. Doch als wir aus dem sicheren Auto einen Wildschweineber erblickten, der seelenruhig die Straße in Richtung Hund und Mann überquerte, zeigte sich, dass man auch ohne Jacke nicht erfriert. Man muss nur schnell genug rennen und genügend Adrenalin im Blut haben. Doch nicht nur mein Mann blickte verwundert auf meine ungewohnt schnelle Fortbewegungsweise, auch das Wildschwein floh in das Dickicht. So hatten Töchterlein und ich bei dem Spiel „Wer sieht am meisten Tiere?“ bereits an Tag 1 einen Vorsprung, den einzuholen es Julian innerhalb der 10 Tage Urlaub nicht mehr gelang.

Unser Häuschen in Bjulebo, an der südschwedischen Ostseeküste, war kuschelig. Hierzu benötigten wir allerdings jede Menge im Preis inbegriffenes Brennholz für den urgemütlichen Kachelofen, Töchterlein verliebte sich auf Anhieb in ihr Hochbett und der Hund gewöhnte sich einen Morgenspaziergang ohne Herrchen an. Den obligatorischen Besuch bei den Hühnern konnte er nicht bleiben lassen, die riesigen wolligen Schafe im Winterpelz waren ihm mit seinen 5 Monaten allerdings zu suspekt. Auch das Töchterlein konnten wir in der verlassenen Wildnis Südschwedens alleine spazieren schicken. Mit Leckerlibeutel und Leine machte sie sich tapfer auf den Weg und brachte 15 min später mit stolzgeschwelter Brust, leuchtenden Augen und knallroten Bäckchen einen vierbeinigen Schneehund mit. Dieser war nach seinen Hüpftouren durch den Tiefschnee meist so müde, dass er im Stehen, den Kopf auf die Couch gelegt, einschlief. Denn liegen ging, dank der Tennisballgroßen Eisbollen im Fell, nicht. Zudem waren wir ihm prinzipiell nicht schnell genug mit dem Enteisen.

Winterurlaub in Schweden im Schnee

Direkt am Meer und an einem winzigen, malerischen See konnten wir dank des endlich einsetzenden Winters mitansehen, wie das Wasser gefror. Der See trug uns ab Tag 4 und diente als Schlittschuhbahn. Eines Abends kam meine Familie vom abendlichen Gassispaziergang zurück und berichteten stolz, sie seien auf dem See eingebrochen! Mein Mama-Herz setzte aus, doch alles halb so wild: Sie hatten versehentlich eine warme Quelle entdeckt, die es fortan zu meiden galt. Und das mitten auf dem See!

Der Schneefall begnügte sich auf die, zugegeben sehr zahlreichen, Nachtstunden sodass wir jeden Morgen verblüfft aus dem Fenster schauten und unser Auto suchten. Rodeln war ein MUSS! Als unglaublich verfrorene Mama meldete ich mich freiwillig zum Dienst, den Schlitten wieder auf den Berg zu ziehen, sehr zur Freude meines Mannes. Nur in Bewegung ließen sich die -10°C aushalten.


Um mein Wärmebedürfnis zu stillen ging es nach Västervik in die Kletter- und Boulderhalle. Erstmals lernten wir klettern und da der Höhenrausch prinzipiell nur Mutter und Tochter erfasst, hatten wir auch einen geduldigen Sicherer, um dessen Gunst wir uns schlagen durften: Papa. Sieben Meter ging es nach oben und man sollte nicht meinen, wie hoch es kurze Kinderbeinchen schaffen. Doch das Abseilen, genannt „Fliegen“, war das beste. Stolz beobachtete ich unsere Tochter in der Boulderhalle, hier schloss sie Freundschaft mit den schwedischen, bereits im Grundschulater befindlichen, Mädchen des Besitzers. Ganz intereuropäisch wurde die Konversation auf englisch mit Töchterleins Standardsatz geführt: Whats your name? Je komplexer, desto einseitiger wurde die Konversation, wusste Amalia doch sehr wenig mehr auf englisch zu berichten. Doch kein Mädchen schien das zu stören.

Noch ein dreiviertel Jahr später fragt mich Amalia noch häufig danach, wann es wieder nach Schweden geht, denn: Pippi Langstrumpf hat sie noch nicht getroffen! Auch diese hielt, wie nahezu alle Attraktionen in , Winterschlaf. Die vielen Rentiere, die strahlende Sonne, der glitzernde Schnee, der zugefrorene See und das prasselnde Kaminfeuer hatten dafür Hochbetrieb.

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