Werbehinweis

Mit dem Zug durch Kambodscha reisen

Mit dem Zug durch Kambodscha reisen


Zugreisen in Kambodscha ist limitiert, neu und unbekannt. Wir wagen es dennoch: Wir möchten von Sihanoukville nach Phnom Penh.

Nachdem die meisten Kambdoschaner, die mit Touristen arbeiten, gutes Englisch sprechen und das Wort Railway Station noch nicht gehört haben, werden wir skeptisch. Dennoch geben wir nicht auf und finden sogar die offizielle Homepage der Royal Railway (http://royal-railway.com/) und ein Online-Buchungssystem (http://royalrailway.easybook.com/).

Für acht Dollar pro Person geht die Reise los: Um 7 Uhr morgens soll der Zug abfahren, um 6.30 Uhr müssen wir die Tickets abholen, um 5.30 Uhr sollten wir einen Tuktukfahrer finden. Das gestaltet sich als schwieriger als angenommen, denn der Zeitbegriff in Kambodscha ist dehnbarer als in Europa.

Zug fahren in Kambodscha

Die Strecke von Phnom Penh nach Sihanoukville wird dreimal pro Woche (Samstag, Sonntag, Montag) befahren, bis zu zweimal am Tag (7 und 16 Uhr). Der Bahnhof liegt verlassen, heruntergekommen und klein am Ende einer nicht geteerten Straße.

Der Zug entpuppt sich als ein moderner Einwagenzug mit einer Fahrerkabine an jedem Ende. Super modern sieht er aus, es fährt mehr Zugpersonal mit als Gäste. Doch die acht (!) Stufen, um ihn zu erklimmen, werden manuell ausgefahren, die letzten Passagiere bekommen nur noch eine Trittleiter.

Die Klimaanlage ist auf 15 °C gestellt und die landestypische Musik ohrenbetäubend. Der Alien-Film auf den zwölf Fernsehbildschirmen läuft simultan - leider nur fast tonlos. Dann geht der Motor an, die Musik ist nicht mehr zu hören, so sehr brummt, rumpelt und holpert es. Dann geht die Hupe los...-...Sieben Stunden lang.

Mit dem Zug fahren in Kambodscha

Wir schaffen es mit konstanten 50 km/h, guter Laune, schwerhöriger als zuvor und leicht durchgerumpelt nach Phnom Penh. Wir brauchen länger als jeder Autobus und sind um eine einmalige Erfahrung reicher. Kurze Stopps geben uns die Möglichkeit, Reis, Mango, Papayasalat, Ananas oder gebratene Frösche am Schienenrand zu kaufen. Wir halten uns an erstere und verzichten dankend auf letztere.

Am Fenster ziehen Reisfelder um Reisfelder vorbei, die derzeit noch unbestellt sind und als Kuhweide für die knochigen, weißen Vierbeiner mit soviel größeren Ohren als in Europa dienen. Zu Beginn der Regenzeit beginnt die neue Bepflanzung (ca. Juni). Gerade ist nicht viel zu tun und so werden die heißesten Monate von März bis Mai gerne für Hochzeiten genutzt: diese sind groß, prunkvoll und finden meist in einem extra aufgebauten Zelt statt. Dieses blockiert nicht selten die halbe (Bundes-) Straße.

Mehr als 80 % der kambodschanischen Bevölkerung lebt auf dem Land vom Reisanbau.

Zunächst werden die Reispflänzchen angezogen, dann vereinzelt. Klassischerweise eine Frauenaufgabe, während die Männer die Felder pflügen und vorbereiten. Regelmäßig müssen die Felder von Unkraut und Kröten befreit werden.

Je nach Familiengröße, helfen sich Nachbarn gegenseitig, gegessen wird bei arbeitsreichen Zeiten auf den Feldern, der Arbeitstag startet nicht selten um 4 Uhr morgens, er endet gegen 18 Uhr, doch während der Mittagshitze ist an Arbeiten nicht zu denken.

Die klassischen Khmerhäuser sind aus Holz auf Stelzen mit großen Balkonen gebaut zur optimalen Belüftung. Häufig sind sie rot oder blau angestrichen und stechen wie bunte Kleckse aus der Umgebung hervor. Unter dem Haus finden sich Hängematten, Sitzgelegenheiten, offene Kochstellen schließen sich in einer Küchenhütte an. Dies ist der Platz der Kinder und Alten. Auf dem Land hat eine Familie durchschnittlich 3,3 Kinder, in der Stadt 2,3. Die Bevölkerung wächst um 1,5 % (2010). Wie rosa Farbtupfer zwischen den braunen Feldern liegen wilde und angelegte Lotusblütentümpel.

Dann verändert sich das Landschaftsbild: Fabriken tauchen auf, Plastikmüll ziert die Landschaft, die Behausungen werden schäbiger, dichtgedrängter, kurz: ärmer. Aus Holzhäusern werden Blechhütten, aus bunt wird grau, aus gerade wird schief: Die Armut der Großstadt.

Dann holpern wir ins Stadtzentrum und Phnom Penh zeigt ein anderes Gesicht: eine ruhige, gemäßigte, asiatische Metropole in mittlerer Größe mit ca. zwei Millionen Einwohnern, wunderschön gelegen an zwei Flüssen, Mekong und Tonle Sap, erwartet uns. Es kribbelt uns in den Füßen: diese Stadt möchten wir besser kennenlernen!

Weiterlesen: Reisebericht Phnom Penh
Buchempfehlung von unserer Leseratte an andere Detektive: Die Reihe um Kommissar Kugelblitz* von Ursel Scheffler, Schneiderbuch Verlag ().

© familienkost.de
* Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Käufen. (Dies ist ein Affiliate-Link, der uns beim Kauf mit einer kleinen Provision unterstützt dieses Familienmagazin zu finanzieren. Für euch ändert sich am Preis dadurch nichts.)
Zur Kategorie around the world

Schlagworte:  

Pin mich!

Zug fahren in Kambodscha


ANZEIGE

ANZEIGE

ANZEIGE