Essensverweigerung - Wenn Kinder nicht essen wollen

Kind will nicht essen

Fast alle Kinder haben Phasen, in denen sie gar nicht oder nur bestimmte Lebensmittel essen möchten. Das ist normal und nicht unbedingt ein Grund zur Panik. Das Verweigern von Essen kann verschiedene Gründe haben, denn kein Kind hungert freiwillig. Bis zum Vorschulalter spielen Essstörungen wie Magersucht und Bulimie so gut wie keine Rolle. Trotzdem sollte das Kind beobachtet werden – wirkt es schlapp und antriebslos ist ein Besuch beim Kinderarzt ratsam.

Gründe für die Essensverweigerung bei Kindern

Dass Kinder ganz bestimmte Vorlieben haben, ist evolutionsgeschichtlich bedingt. Früher hat es ihnen das Überleben gesichert, wenn sie nur süße und kalorienreiche Nahrung aßen. Bittere und saure Geschmacksrichtungen signalisierten giftige Speisen. Diese Vorlieben für Süßes, Neutrales und Fettiges wie Schokolade, Gurke oder Pizza und die Abneigung von Lebensmitteln mit Bitterstoffen wie Salat hat sich bis heute in den Genen verankert. Kinder müssen erst lernen, dass diese „bitteren Speisen“ nicht gefährlich sind. Früher sorgte die kalorienreiche Nahrung für eine gute Versorgung des Körpers in Hungerszeiten – heutzutage stehen fette Speisen im Überfluss zur Verfügung, so dass es wichtig ist sie zu rationieren.

Essensverweigerung Evolution

Ein weiterer Grund dass Kinder wenig essen ist, dass in bestimmten Lebensphasen einfach andere Dinge für sie wichtiger sind. Sie haben so viel zu entdecken und zu verarbeiten, dass sie keine Ruhe zum Essen finden.

Keine Zeit zum Essen

Was Hans nicht isst, isst Hänschen nimmer mehr ... Kinder orientieren sich an ihren Eltern. Wenn z.B. der Papa immer nur über den Salat meckert und die Mama nie Fleisch essen will, ist es nicht verwunderlich wenn auch die Kinder diese Speisen nicht mögen.

Kinder essen gesund
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Was kan ich tun?

  • Kinder sollten nie zum Essen gezwungen werden!
  • Der Geschmack von Kindern ist sehr kurzweilig – verschiedene Speisen sollten immer wieder angeboten werden. Gestern mochte Karl vielleicht keine Möhren, aber heute kann er nicht genug davon bekommen.
  • Kleine Zwischenmahlzeiten sind gut für Kinder. Dabei sollte jedoch einiges beachtet werden:

    • 1 Stunde vor den Hauptmahlzeiten gibt es keine Snacks mehr!
    • Viele kleine Zwischenmahlzeiten können eine Mahlzeit ersetzen, dann ist es kein Wunder mehr wenn die Kinder zu den Hauptmahlzeiten nichts mehr essen wollen. Deshalb sollten die Zwischenmahlzeiten nicht zu groß ausfallen und nicht den ganzen Tag zur Verfügung stehen.
    • Die Zwischenmahlzeit sollte nie so interessant sein, dass die Kinder sich an ihr satt essen und lieber die Hauptmahlzeit ausfallen lassen.
  • Essen sollte nie als Erziehungsmittel dienen!

    • Kein Lob wenn etwas gegessen wird! Denn Essen ist selbstverständlich.
    • Nachtisch gibt es auch, wenn der Hauptgang mager ausgefallen ist. Denn wird dem Nachtisch zu viel Aufmerksamkeit gewidmet, bekommt er eine besondere Bedeutung und Kinder lernen ihn als Druckmittel kennen. Das verstärkt die Sehnsucht nach Süßem und gibt ihnen das Gefühl, dass Süßes etwas ganz Wichtiges und Belohnendes ist.
    • Kinder sollten nie mit Essen getröstet werden! Werden Probleme immer mit Essen gelöst, kann das zu großen Essproblemen im späteren Leben führen.
  • Zu den Hauptmahlzeiten sollte den Kindern immer trockenes Brot zur Verfügung stehen, von dem nach Belieben gegessen werden kann.




  • Vorbild sein! Wenn man möchte dass Mäxchen Salat isst, dann sollten auch Mama und Papa begeistert sein wenn er auf den Tisch kommt.
  • Kinder lieben Abenteuer! Popeys Leibspeise wird viel begeisterter verschlungen als angekündigter Spinat mit Kartoffelbrei und Ei.
  • Hartnäckige Gemüse- und Obstmuffel lassen sich vielleicht mit lustigem Fingerfood oder bunten Smoothies zu Vitaminen überreden.





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