Träum süß: Was der Milchreis im Bett zu suchen hat
Kein neuer TikTok-Trend, sondern eine alte Tradition: Milchreis im Bett. Und nein, damit ist nicht gemeint die Süßspeise im Bett zu essen.veröffentlicht am 29.11.2024
Neulich bei einer Präsentation. 16 Leute sitzen um einen Tisch, die Hälfte davon Foodblogger. Auf einer Folie geht es um Milchreis, darauf ist zu lesen: Milchreis im Bett. Fragende Gesichter. Ist das ein neuer Food-Trend? Wird Milchreis jetzt bevorzugt im Schlafzimmer gegessen? Gibt es eine Studie, die behauptet, dass Milchreis im Bett besser schmeckt? Oder handelt es sich um eine neue Milchreis-Sorte, die für besseren Schlaf sorgt?
Was macht der Milchreis im Bett? Schlafen?
Ich muss sofort an meine Oma denken, denn von ihr kenne ich Milchreis im Bett - eine alte Kochtechnik. Sie hat damals den Milchreis kurz auf dem Herd aufgekocht, dann den Topf samt Deckel in ein Geschirrtuch gewickelt und die Süßspeise ins Bett gebracht. Als Kind habe ich mich gefragt, was der Milchreis dort unter der dicken Federbettdecke macht: Ist er müde? Muss er schlafen? Meine Oma erklärte mir, dass der Milchreis ganz viel Wärme und Geduld braucht und in der Betthöhle für zwei Stunden weitergart. Meine Oma tat das vor allem, um Strom zu sparen - und damit sie nicht eine halbe Stunde am Herd stehen musste, um den Milchreis ständig umzurühren.Für Milchreis im Bett braucht man vor allem: Geduld
Als kleines Mädchen war das Warten für mich der schwierigste Teil, schließlich wollte ich das cremige Dessert unbedingt probieren. Und zwar sofort! Ich löcherte meine Oma mit Fragen zum Milchreis: Wie lange braucht der noch? Hat er es warm genug? Soll ich ihm noch eine Decke holen? Braucht er ein Kuscheltier? Können wir mal den Deckel hochheben und reinschauen? Sie lenkte mich ab: mit einem heißen Kakao und schönen Geschichten, die sie mir vorlas. Rückblickend war diese Kochtechnik also auch eine gute Übung in Sachen Geduld.Nach einer gefühlten Ewigkeit war es dann endlich so weit: Ich durfte den Milchreis aufwecken. Und im Topf befand sich ein wunderbar cremiger, herrlich duftender Milchreis. Bei meiner Oma gab es dann noch braune Butter und reichlich Zimt und Zucker obendrauf. Schließlich hatten wir damals nicht so viele Süßigkeiten zum Naschen, dafür waren die Desserts knallsüß. Heute serviere ich meinen Kindern den Milchreis mit Kirschen oder mit in Butter angebratenen Äpfeln und Zimt für eine zuckerfreie Version.
Warum Milchreis im Bett ein schönes Familien-Ritual ist
Aber ich muss gestehen: Ich bereite meinen Milchreis im Thermomix zu, der übernimmt das Rühren automatisch und ich kann in der Zeit etwas anderes machen. Die Kochtechnik meiner Oma hatte ich ehrlich gesagt ganz vergessen. Bis zu dieser Präsentation, wo Milchreis im Bett auf einer Folie stand und ich den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern erklärte, was es damit auf sich hat.Dabei ist Milchreis im Bett kochen ein schönes Ritual für die ganze Familie, bei dem man mit den Kindern ins Gespräch kommen kann. Denn sie werden jede Menge Fragen stellen: Warum hat Oma das so gemacht? Wieso musste man früher Strom sparen? Was passiert im Topf, wenn der Milchreis sich im Bett eingekuschelt hat? Außerdem kann man sich die Wartezeit versüßen, indem man gemeinsam mit den Kleinen überlegt, was auf den Milchreis draufkommt. Oder Spiele spielt. Oder mit Kört kuschelt.
Ich weiß auf jeden Fall, was ich am kommenden Wochenende mit meinen Kindern machen werde.

Blitzrezept zum Milchreis im Bett:
Koche 1 Liter Milch mit einer Prise Salz auf. Gib 250 Gramm Milchreis hinzu. Koche alles kurz auf. Lass den Milchreis 5 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln, rühre dabei regelmäßig um. Nimm dann den Topf vom Herd. Wickle ihn in ein Geschirrtuch. Bring den Topf ins Bett, deck ihn gut zu und lass ihn mindestens zwei Stunden quellen.Kennst du diese Kochtechnik auch von deiner Oma? Hast du selbst schon mal Milchreis im Bett gekocht? Lass gern ein Kommentar da.