Das Mindesthaltbarkeitsdatum verstehen und nutzen

Das Mindesthaltbarkeitsdatum richtig nutzen





In der letzten Zeit ist das Einkaufen erheblich teurer geworden. Als Familie mit drei Kindern bemerke ich schnell, wenn Preise erhöht werden. Einige Produkte ersetze ich dann durch günstigere Varianten oder kaufe einfach weniger. Bei anderen Lebensmitteln wie zum Beispiel Obst und Gemüse möchte ich aber nicht auf Qualität verzichten. Das bewusste Einkaufen ist mir sehr wichtig, und so achte ich im Supermarkt auch nicht nur auf die Hochwertigkeit der Produkte, sondern kaufe nur soviel, wie ich wirklich benötige. Auch das schont den Geldbeutel.

Denn wusstest du, dass in Deutschland jährlich mehr als 75 Kilo Essen pro Kopf im Müll landen? Ich bin so geschockt von diesem Ergebnis, das die Welthungerhilfe im letzten Sommer ermittelt hat. Schließlich leiden über 800 Millionen Menschen auf der Welt Hunger, auch Kinder. Für mich ist das ein Grund, der Lebensmittelverschwendung den Kampf anzusagen. Das funktioniert mit vielen kleinen Tricks, die jeder in seinem Alltag umsetzen kann. Ein wichtiges Werkzeug ist das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD). Ich erkläre dir, was sich hinter diesem Begriff verbirgt, und wie du mit dem MHD noch bewusster leben und Geld sparen kannst.

Was bedeuten Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum?

Mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum gibt uns die Industrie eine Genussgarantie. Bis zum angegebenen Datum, das sich heute auf so gut wie jedem verpackten Lebensmittel befindet, kann man das ungeöffnete Produkt verzehren und genießen. Spezifische Eigenschaften wie Geruch, Geschmack und Nährwert dürfen sich bis zum MHD nicht verändert haben. Für manche Lebensmittel hängt die Haltbarkeit von bestimmten Bedingungen ab, zum Beispiel von der richtigen Lagerung. Ein Hinweis darauf muss dann ebenfalls auf dem Etikett angegeben sein.

Für Lebensmittel, die kürzer als drei Monate haltbar sind, müssen der Tag, der Monat und das Jahr angegeben werden. Bei einer Haltbarkeit von bis zu 18 Monaten reichen der Monat und das Jahr aus. Manche Produkte haben kein Mindesthaltbarkeitsdatum. Für Obst und Gemüse ist das beispielsweise nicht vorgeschrieben. Auch Wein, einige alkoholische Getränke, Kaugummi, Zucker, Speisesalz oder Essig tragen kein MHD.

Dann gibt es noch die sehr leicht verderblichen Lebensmittel, die schon nach kurzer Zeit (besonders bei falscher Lagertemperatur) ungenießbar werden. Dazu zählen frischer Fisch und Fleisch. Diese Produkte tragen das Verbrauchsdatum, das den letzten Tag vorschreibt, an dem das Lebensmittel noch verkauft und verzehrt werden darf. Das Verbrauchsdatum sollte man immer einhalten, da frische Produkte wie zum Beispiel Hackfleisch danach nicht nur ungenießbar, sondern aufgrund von Bakterien auch gefährlich für die Gesundheit werden.

Mindesthaltbarkeit bei Lebensmitteln

Kann man Lebensmittel nach Ablauf des MHDs noch verzehren?

Eigentlich ist der Begriff „Mindesthaltbarkeit” ja deutlich: Das Produkt ist „Mmindestens” bis zum aufgedruckten Datum gut, aber auch noch darüber hinaus. Viele verstehen das aber falsch und glauben, dass Produkte direkt nach der Mindesthaltbarkeit ablaufen und ungenießbar sind. Ein großer Irrglaube, der weitreichende Folgen hat. Denn wenn Produkte aufgrund eines abgelaufenen MHDs nicht mehr gekauft werden, müssen die Händler sie entsorgen. Wertvolle Lebensmittel landen so im Müll.

Ob Lebensmittel nach Ablauf des MHDs noch genießbar sind, kann man mit den eigenen Sinnen überprüfen, durch Sehen, Riechen und Schmecken. Das geht bei verschlossenen Packungen im Supermarkt natürlich nicht. Ich lasse mich von einem abgelaufenen MHD aber nicht abschrecken und kaufe solche Produkte zum reduzierten Preis. Denn viele Hersteller legen die Mindesthaltbarkeit für ihre Artikel ohnehin sehr frühzeitig fest. Das Problem ist nur, dass die meisten Supermärkte die abgelaufenen Produkte sofort aussortieren und diese dann gar nicht mehr zum Kauf zur Verfügung stehen. Was können wir also tun, um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken?

Lebensmittel richtig einkaufen und lagern

Wir können unseren Einkauf bewusster gestalten und Lebensmittel schon im Supermarkt „retten”. Eine krumme Gurke, ein Apfel mit Narbe, eine Dose mit Delle? Wenn wir gezielt zu den Produkten mit kleinen Makeln greifen, bleibt nicht so viel Rest übrig. Ergo: Es wird nicht so viel weggeworfen. Sind die Einkäufe dann zuhause, kommt es auf die richtige Lagerung an. Frischer Fisch oder Fleisch müssen meistens innerhalb eines Tages verbraucht werden, hier sollte man immer auf die Kühlkette beim Transport achten. Andere Produkte können zum Beispiel im Kühlschrank sortiert werden: Gemüse wird am besten im Gemüsefach gelagert, dort ist die Temperatur und Belüftung ideal. Offene Konserven sollten in Glasbehälter umgefüllt werden, damit sie länger halten. Neue Lebensmittel kommen nach hinten, ältere nach vorne, damit sie zuerst aufgebraucht werden.


Solange sind „abgelaufene“ Produkte noch lecker und gesund:

  • Brot, Brötchen und andere Backwaren: mehrere Tage
  • Butter: mehrere Wochen bis Monate
  • Eier: bis zu zwei Wochen (Ausnahme: Speisen mit rohen Eiern wie Tiramisu)
  • Milch: einige Tage
  • Joghurt: bis zu zwei Monate
  • Käse: mehrere Wochen (Weichkäse) bis Monate (Hartkäse)
  • Wurst: einige Tage
  • Müsli: mehrere Wochen
  • Reis und Nudeln: einige Jahre
  • Konserven: einige Jahre
  • TK-Ware: mehrere Monate bis Jahre
  • Schokolade: mehrere Monate


Achtung: Fisch und Fleisch nur bis zum Verbrauchsdatum!

Tipps für die Resteküche

Lebensmittelreste aller Art kannst du zu leckeren Gerichten für deine Familie verarbeiten. Meine Kinder lieben den Armen Ritter, eine köstliche Speise aus altem Brot, Ei und Milch. Gemüsereste vom Vortag kannst du entweder zu einer leckeren Suppe pürieren oder zu einem knusprigen Auflauf mit Käsekruste weiterverarbeiten. Weißer Reis macht sich am nächsten Tag gut im Joghurt. Oder du backst daraus kleine Reisküchlein (das funktioniert auch mit Nudeln). Bananen dürfen so braun werden wie sie wollen, dann passen sie perfekt in meine kleinen Bananenmuffins ohne Zucker. Obst kannst du prima zu Marmelade oder Kompott einkochen.

© familienkost.de

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