BuchtelnBuchteln - einfache Rohrnudeln selbstgemacht
Ursprünglich stammen sie aus Böhmen, also aus dem heutigen Tschechien, und haben sich von dort über verschiedene Regionen Mitteleuropas verbreitet. Da ich aus dem Dreiländereck im Osten komme, war ich als Kind oft in Tschechien im Urlaub und Buchteln gehörten dort ganz selbstverständlich dazu. Aber auch bei uns in der Lausitz sind sie fest verwurzelt: Beim Bäcker bekommst du sie einzeln, und in der Schulküche stehen sie regelmäßig auf dem Speiseplan. Mal ungefüllt, mal gefüllt, aber immer heiß geliebt.
Auch in Österreich sind Rohrnudeln ein echtes Traditionsgericht und fester Bestandteil der Alpenküche. Dort zählen sie zu den klassischen Mehlspeisen, die man auf Almen, in Gasthäusern und Skihütten serviert bekommt und für die man gern einen Wanderweg in Kauf nimmt. Meist werden sie als Buchteln mit Powidl (Pflaumenmus) und Staubzucker serviert.
Was süße Hauptgerichte, betrifft haben wir schon seit Jahren einen festen Deal mit unseren Kindern: einmal pro Woche stehen sie fest auf dem Wochenplan. Meist ist das bei uns der Donnerstag. Dann gibt es klassische Mehlspeisen wie fluffige Buchteln, Kaiserschmarrn oder auch Milchreis. Das sorgt für volle Bäuche, gute Stimmung und erstaunlich wenig Diskussionen, wenn wir Eltern an anderen Tagen zum Ausgleich mehr Gemüse kochen wollen.
Du kannst die Rohrnudeln ganz schlicht als weiche Hefebrötchen backen oder sie mit Pflaumenmus füllen. Das Grundrezept bleibt immer gleich und besteht aus einem einfachen Hefeteig. Buchteln ähneln unseren Hefeklöße und Germknödeln, unterscheiden sich aber in der Zubereitung: Während Klöße und Knödel gedämpft werden, kommen Buchteln ganz klassisch in den Ofen.
Damit sie richtig schön aufgehen, locker bleiben und nicht austrocknen, gibt es ein paar Dinge, die sich bewährt haben. Meine Tipps findest du unter dem Rezept. Außerdem verrate ich dir dort, wie wir sie am liebsten essen und wie du sie aufbewahren kannst, falls tatsächlich mal etwas übrig bleibt.
Zutaten für 9 Stück
- 500 g Weizenmehl
- 200 ml Milch
- 125 g Butter
- 80 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 2 Eigelb
- 15 g frische Hefe
- 1 Prise Salz
- 80 g Butter (flüssig)
Zubereitung:
- Erwärme die Milch auf etwa 37 Grad und löse die Hefe und die Butter darin auf. Gib Zucker, Salz und Eigelb hinzu. Verrühre alles miteinander. Füge das Mehl hinzu und verknete die Zutaten zu einem geschmeidigen Hefeteig. Lege ihn in eine bemehlte Schüssel und lasse ihn abgedeckt an einem warmen Ort eine Stunde ruhen.

- Falte den Teig zusammen und teile ihn je nach Größe deiner Auflaufform in 9 oder 12 Stücke. Forme sie zu Brötchen. Fette deine Auflaufform.

- Verteile die Hefebrötchen gleichmäßig in der Auflaufform. Decke die Buchteln mit einem Küchentuch ab und lass sie erneut 30 Minuten ruhen.

- Heize den Backofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vor. Bestreiche die Teiglinge mit geschmolzener Butter.

- Backe die Buchteln je nach Größe für 35-45 Minuten im unteren Drittel deines Backofens. Bestreiche sie noch heißt direkt nach dem Backen mit geschmolzener Butter.



Meine Tipps für super fluffige Buchteln
- Die richtige Hefe: Ich empfehle dir frische Hefe. 15 g frische Hefe auf 500 g Mehl reichen völlig aus, wenn du dem Teig genug Zeit zum Gehen gibst. So werden die Buchteln besonders locker und bekömmlich, und der Hefegeschmack bleibt angenehm im Hintergrund. Alternativ kannst du auch 1 Päckchen Trockenhefe verwenden.
- Hefe mag es warm: Hefe ist eine kleine Mimose und braucht für die perfekte Triebkraft die richtige Temperatur. Löse sie am besten in lauwarmer Milch auf, die auf keinen Fall heißer als 40 Grad ist. Die Hefe verliert sonst ihre Kraft und deine Rohrnudeln werden nicht so schön luftig.
- Das richtige Mehl: Ich verwende Weizenmehl Type 550 oder 405 für die Buchteln. Beide funktionieren wunderbar und sorgen für die typische fluffige Konsistenz. Wie du den Kommentaren unten entnehmen kannst, haben einige Leser auch schon einen Teil durch Vollkornmehl ersetzt. Das funktioniert. Die Hefebrötchen werden dann aber etwas fester.
- Gut kneten lohnt sich: Knete den Hefeteig richtig gut durch, damit er schön geschmeidig wird. Das ist wichtig für die Konsistenz, denn dann werden deine Buchteln fluffig und leicht wie Wölkchen.
- Hefeteig braucht Ruhe und Wärme: Damit der Teig schön aufgeht, braucht er einen warmen Ort ohne Zugluft. Deck die Schüssel mit einem sauberen Geschirrtuch ab und lass ihm Zeit. Die Geduld zahlt sich aus!
Welcher Name ist dir ein Begriff?



- Buchteln
- Wuchteln
- Rohrnudeln
So wurde abgestimmt
Gesamtanzahl der Stimmen 5

60%
20%
20%
So essen wir Buchteln gern:
- Der Klassiker: Wir essen am liebsten Buchteln mit Vanillesoße, Puddingsuppe oder Kirschgrütze. Alle drei Varianten sind einfach unschlagbar lecker. Warm aus dem Ofen schmecken sie am allerbesten, aber auch kalt oder nochmal aufgewärmt sind sie ein Gedicht.
- Rechne mit 2 Buchteln pro Person: Der eine isst mehr, der andere weniger. Für eine 4-köpfige Familie ist mein Grundrezept genau richtig.
- Ungefüllt oder gefüllt: Du kannst die Rohrnudeln ganz schlicht als weiche Hefebrötchen backen oder sie mit Pflaumenmarmelade oder Pflaumenmus (Powidl) füllen. Beides schmeckt fantastisch.
- Mit Zuckerkruste: Dafür bestreuen wir sie nach dem Einpinseln mit geschmolzener Butter noch mit Zucker, bevor es dann in den Backofen geht.
Aufbewahrung und Haltbarkeit
So bleiben sie frisch: Buchteln bleiben im Zipperbeutel etwa 2 Tage frisch. Am leckersten sind sie natürlich am Tag des Backens. Dann sind sie noch besonders fluffig.Einfrieren geht auch: Du kannst sie auch problemlos einfrieren und bei Bedarf auftauen. So hast du immer einen Vorrat für spontane Mehlspeisengelüste.
Der Aufwärm-Trick: Du kannst die Buchteln ganz einfach wieder erwärmen, indem du sie ein paar Sekunden in die Mikrowelle gibst. Dort werden sie fluffig wie frisch gebacken und schmecken fast so gut wie direkt aus dem Ofen.
Bewertungen
Dann hinterlass mir eine Bewertung. Das ist wie ein digitales “Mmmh” und freut mich sehr.
Hört sich sehr gut an. Werde ich bald nachkochen!
Hallo, hier eine Anmerkung zur Backzeit. Meine Buchteln habe ich nach 35min. aus dem Rohr genommen, waren schon fast zu braun. In deinem Rezept steht sogar 45 min. Ich denke, das ist zuviel ;-). Lg Walie
Hallo, muss ich die Buchteln vor oder nach dem backen füllen?
Kann ich das Mehl durch Dinkel-Vollkornmehl ersetzen und müsste dann mehr Milch dazu? Ich freue mich schon aufs probieren 😊
Kann man den Hefeteig am Vorabend vorbereiten und über Nacht im Kühlschrank gehen lassen? Vielen Dank für das tolle Rezept.
Ich kenne Hefeklöße und habe sie als Kind geliebt, Buchten sind neu für mich, aber allein vom Lesen bekommt man schon Appetit, danke für das Rezept
Das Rezept hört sich super an. Kann ich den Teig auch im Thermomix machen? Hättest du mir da evtl. eine kleine Anleitung? 😊
Kategorien













