Fructosemalabsorption Kinder

Fructosemalabsorption bei Kindern: ein Erfahrungsbericht


Bauchschmerzen begleiten meinen Sohn schon seit er klein ist. Erst jetzt, im Alter von 13 Jahren, wissen wir endlich, wo sie herkommen. Hier berichte ich dir über seine Symptome und die Diagnose Fructosemalabsorption.

Beikost und Kleinkindalter

Die Beikosteinführung meines Sohnes verlief problemlos. Mit 6 Monaten bekam er ergänzend zu den Stillmahlzeiten die ersten Löffel Kürbisbrei, die er von Anfang an sehr mochte. Danach entwickelte er sich zum Fan von breifreiem Fingerfood, das ich mit viel Freude für ihn und seinen Bruder selber machte.

Als Kleinkind waren dann Nudelauflauf, Königsberger Klopse und Buletten mit Kartoffelbrei lange seine Lieblingsessen.

Saft haben wir noch nie oft getrunken, da ich ihn selbst nicht vertrage. Ich bekomme gefühlt schon Bauchschmerzen, wenn ich anderen Menschen nur dabei zusehe, wie sie morgens Orangensaft zum Frühstück trinken. Auch Obst essen wir sehr sparsam, weil ich nicht viel vertrage und daher nie das Bedürfnis hatte, es meinen Kindern in großem Maß anzubieten. Es gibt bei uns aber hin und wieder Weintrauben und Apfelstücke für die Brotdose sowie Himbeeren und Blaubeeren frisch aus dem Garten oder tiefgefroren für Porridge, Grießbrei und Overnight Oats. Bananen haben wir immer da und nutzen sie für Bananenmilch, Bananenbrot und andere Backrezepte mit Bananen. Auch Apfelmus gehört in unseren Grundvorrat und kommt mit Quarkkeulchen, Kartoffelpuffer und Pfannkuchen auf den Tisch.

Mein Sohn hat schon im Kindergarten oft über Bauchschmerzen geklagt. Ich dachte damals tatsächlich immer, dass er einfach nicht hingehen will. Ich erkläre es mir so: Er wusste ja, dass ich mit seiner kleinen Schwester zu Hause war und wollte vielleicht einfach bei uns bleiben. Oft verschwanden seine Bauchschmerzen auch ganz schnell wieder, wenn er zurück nach Hause kam. Rückblickend frage ich mich nun aber, ob er sich zu Hause bei mir vielleicht einfach besser damit abfinden konnte.

Saft war keine gute Idee

In der Grundschule gab es mal ein gemeinsames Frühstück mit verschiedenen Säften. Dabei muss er sich durch die Sorten probiert haben, bis ihn schreckliche Bauchschmerzen überkamen. Das Ende vom Lied war ein Krankenhausaufenthalt, bei dem er durchgecheckt wurde. Ultraschall stand auf dem Programm, viele Darmgeräusche waren zu hören, aber von einer möglichen Unverträglichkeit gegen Fructose, Laktose oder Ähnliches sprach niemand. Bei mehreren Gläsern Saft würde es wohl auch vielen anderen Menschen so gehen, dass sie Bauchschmerzen bekommen. Was viele nicht wissen: Saft enthält oft genauso viel oder sogar mehr Zucker als Softdrinks und der Zucker besteht dabei überwiegend aus Fructose.

Gesunde Ernährung macht Bauchschmerzen?

So ging die Zeit ins Land und mein Sohn hatte immer mal mehr und mal weniger Bauchschmerzen. Letztes Jahr hat er seine Liebe zum Laufen entdeckt und in der beginnenden Pubertät seine Ernährung umgestellt. Statt Chips waren ihm nun proteinreiche Snacks sowie Obst und Gemüse viel wichtiger. Er machte sich die tollsten Rohkostplatten zum Snacken. Und auch Obstteller mit Mango, Bananenscheiben und halbierten Trauben bereitete er sich zum Naschen zu. Darauf verteilte er meistens noch ein leckeres Topping aus Mandelmus und Zimt. Ab und zu gab es Reiswaffeln mit Honig.

gesunder Obstteller

Irgendwann ging es dann los und er klagte durchgehend über Bauchschmerzen. Der Bauch war nach dem Essen oft aufgebläht und knurrte wie ein Tiger, selbst wenn er voll war. „Es fühlt sich an, als ob jemand von Innen in den Bauch zwickt und dran zieht”, beschrieb mein Sohn die Schmerzen auf meine Nachfrage. Und der Stuhlgang wechselte von einem Extrem ins andere. Wir gingen für einen Check-up zum Kinderarzt, bei dem bis auf einen erhöhten Kaliumwert im Blut nicht viel festgestellt wurde. Sicherheitshalber sollte er Obst und Nüsse erstmal von seinem Speiseplan streichen.

Leider ohne Besserung. Wir haben viel beobachtet, konnten aber keinen Auslöser feststellen. Parallel wurden beim Kinderarzt Nahrungsmittelscreenings im Blut gegen Eiklar, Milcheiweiß, Dorsch, Weizenmehl, Erdnuss und Soja durchgeführt. Auch Zöliakie konnte so ausgeschlossen werden. Nach 2 Stuhlproben ohne Ergebnis durften wir uns dann endlich für einen Fructosetest sowie einen Laktosetest anmelden. Der wird bei uns stationär im Krankenhaus durchgeführt.

Endlich Atemtests für Fructose und Laktose

Dafür bekommt man einen strengen Ernährungsplan, auf dem steht, was man am Vortag essen darf. Die Speisen, die erlaubt waren, waren sehr wenige, so dass sich mein Sohn nur von gebratenem Hähnchen ernährte. Hungrig startete er dann mit dem Laktose Atemtest. Dafür trinkt man einen Tee, der mit Milchzucker gesüßt ist. Alle 30 Minuten wird dann in ein Röhrchen gepustet und dabei das Atemgas gemessen. Bei diesem Test war nichts auffällig, also ging es danach weiter zum Blut abnehmen und anschließend auf die Station. Da für den nächsten Tag der Atemtest Fructose geplant war, gab es wieder nicht viel zu essen. Für ein Kind mit Untergewicht war das sehr anstrengend. Ich habe ihm 3 Bockwürste ohne Brot in der Cafeteria geholt. Das war fast alles, was er an diesem Tag aß.

Vorbereitung Essen vor Atemtest

Am nächsten Tag startet er sehr kraftlos den nächsten Test. Diesmal gab es Tee mit Fruchtzucker und er musste wieder alle 30 Minuten in ein Röhrchen pusten. Der 1. Messwert war nur minimal erhöht. Bei den weiteren Messungen stieg er aber in 200 Minuten um mehr als 60 Punkte, was eindeutig für eine Fructose-Malabsorption spricht. So blöd es klingt: Wir waren fast schon froh über die Diagnose, da wir nun endlich wissen, wo die Bauchschmerzen herkommen.

Nicht zu verwechseln: Die Fructosemalabsorption ist nicht dasselbe wie die hereditäre Fructoseintoleranz (HFI). Diese seltene genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung führt dazu, dass Fructose im Körper nicht abgebaut werden kann. Betroffene müssen daher Fructose, Saccharose und Sorbit strikt meiden, da bereits kleine Mengen schwere Symptome auslösen können.

Seit wir die Diagnose Fructosemalabsorption kennen, wird uns einiges klar

Mein Sohn hat im Test erst relativ spät auf die Fructose reagiert. Dadurch ist uns so einiges klar geworden. Er hatte oft direkt nach dem Mittagessen Bauchschmerzen und wir konnten nie einen Auslöser dafür erkennen. Jetzt fällt uns auf, dass er in der Schule immer eine Portion Mini-Tomaten in der Brotdose hatte. Tomaten enthalten reichlich Fructose. Wahrscheinlich kamen sie so verzögert in seinem Stoffwechsel an, dass wir sie gar nicht mit den Bauchschmerzen in Verbindung brachten.

Bei Nudeln mit Tomatensoße ließ mein Sohn in den letzten Wochen immer den Käse weg, weil er Angst vor der Laktose hatte. Problematisch war aber auch hier die Tomatensoße. Und die Bauchschmerzen nach einem Stück Kuchen lagen wahrscheinlich am enthaltenen Zucker.

Die Karenzphase

Wie geht's jetzt weiter? Wir werden unseren persönlichen Speiseplan 2 Wochen lang frei von Fructose gestalten und dann langsam austesten, was geht und was nicht. Am schwierigsten ist für uns dabei der Verzicht auf Tomaten, Tomatenmark und passierte Tomaten. Auch Zwiebeln und Knoblauch müssen wir weglassen, da sie reich an Fruktanen sind und Bauchschmerzen verursachen können.

Ich hoffe, dass wir sie nach der Testphase wieder langsam in unseren Speiseplan integrieren können. Zum Glück ist mein Sohn nicht so scharf auf Kuchen und süßes Gebäck, denn auch Haushaltszucker ist vorerst tabu. Er besteht schließlich zu 50% aus Fructose. Zum Süßen eignen sich nur Reissirup, Traubenzucker in Maßen, Getreidezucker und Erythrit.

Fructosefreie und fructosearme Rezepte auf familienkost.de

Da wir im Alltag nun selbst auf eine fructosearme Ernährung angewiesen sind, werden wir alle Rezepte auf familienkost.de im Hintergrund mit weiteren Nährwerten versehen und dabei passende Gerichte als fructosefrei oder fructosearm auszeichnen. Außerdem werden wir eine Kategorie mit fructosearmen Rezepten erstellen und dadurch für Betroffene die Möglichkeit bieten, den digitalen Wochenplan entsprechend zu füllen. Als Ernährungsberaterin werde ich uns für den Alltag außerdem auch kleine Listen und Spickzettel erstellen, die ich natürlich gern mit euch teilen werde.

Bis dahin freue ich mich sehr über eure Erfahrungen und Tipps rund um Fructoseintoleranz und Unverträglichkeit in den Kommentaren.

Coming soon: Weitere Artikel rund um Fructosemalabsorption bei Kindern

Da ich mich jetzt gerade in das Thema reinfuchsen muss, wirst du hier in nächster Zeit mehr über Fructosemalabsorption bei Kindern lesen.

Diese Artikel werde ich recherchieren, schreiben und anschließend mit dir teilen:
Außerdem bekommst du hier bald Sammlungen, die fructosefreie Rezepte sowie fructosearme Rezepte enthalten!

Entdecke meine Rezepte - Kurzvideos für dich


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Monique
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11.03.2026

Danke für deine/eure wertvolle Arbeit!

Jenny Böhme Jenny

Sehr gerne, Monique 👍 Ich beschäftige mich mit dem Thema gerade so aktiv, dass es schade wäre, euch dabei nicht mitzunehmen. Und ich bin mir sicher, dass es viele interessierte Leser gibt.

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