R – wie Rhabarber

Rhabarber: So lecker und gesund ist das Stangengemüse


Die meisten von uns kennen Rhabarber als Obst in Süßspeisen und Gebäck. Dabei ist das grün-rötliche Knöterichgewächs in Wahrheit ein Gemüse! Was der Rhabarber sonst noch Überraschendes zu bieten hat und worauf Eltern achten sollten, erzähle ich dir in diesem Beitrag. Am Ende teile ich außerdem meine liebsten Rhabarber-Rezepte mit dir.



Herkunft und Erntezeit

Rhabarber stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum und wurde in Tibet und der Mongolei kultiviert. Heute allerdings ist er in Russland verpönt und gilt wegen seines sauren Geschmacks als ungenießbar. Vielleicht orientieren sich die Russen aber auch an dem lateinischen Namen des Gewächses. "Rheum rhabarbarum" bedeutet nämlich "Wurzel der Barbaren".

Meistens essen wir Rhabarber süß zubereitet. Botanisch gesehen, gehört er aber nicht zum Obst, sondern zum Gemüse. Sein Anbau erfordert relativ viel Aufwand und wird schon im Januar vorbereitet. Frühestens ab Ende März, eher aber ab Mitte April werden die glatten Stangen dann geerntet. Je länger der Rhabarber auf dem Feld wächst, desto dicker, faseriger und saurer wird er.

Reifen Rhabarber erkennt man an der glatten, glänzenden Oberfläche. Ist sie noch leicht gewellt, ist das Gemüse noch unreif. Ab April hat der Rhabarber drei Monate in Saison. Spätestens am 24. Juni ist Schluss, damit sich die Pflanzen für das nächste Erntejahr regenerieren können. Wenn du auch danach noch Lust auf Rhabarber hast, kannst du dir einen Vorrat einfrieren.

Lagerung und Vorbereitung

Am besten lässt sich Rhabarber als ganze Stange im Kühlschrank aufbewahren. Dazu wickelst du das Gemüse einfach in ein feuchtes Küchentuch, so hält es sich bis zu fünf Tage. Ist der Rhabarber schon geschnitten, kannst du ihn in eine Kunststoffdose geben und ebenfalls mit einem feuchten Tuch abgedeckt in den Kühlschrank stellen.

Junger Rhabarber muss nicht zwangsläufig geschält werden, weil seine Haut noch dünn und fein ist. Dickere Stangen verfügen meist über eine deutlich festere, faserige Haut. Diese sollte unbedingt mit einem Sparschäler entfernt werden. Die Blätter dürfen überhaupt nicht gegessen werden, da sie giftig sind.

Sauer, aber lecker!

Es gibt verschiedene Rhabarber-Sorten, einen besonders großen Unterschied im Geschmack gibt es aber nicht. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen grünem und rotem Rhabarber. Je intensiver die rote Farbe der Stangen, desto süßer schmecken sie. Jung geerntet, ist das Gemüse noch mild. Mit zunehmendem Alter werden die Stangen saurer.

Rhabarber liefert viele gesundheitliche Vorteile

Kaum Fett und Zucker, dafür aber viele Nährstoffe und Vitamine: Rhabarber ist gesund! Mit nur 13 Kalorien pro 100 Gramm gehört der säuerlich grüne Rhabarber zu den kalorienärmsten Gemüsesorten überhaupt. Wertvolles Beta-Carotin, das Provitamin A, sorgt für gesunde Augen und intakte Zellen. Vitamin C, viel Kalium und Kalzium sind wichtig für starke Knochen, Muskeln und ein gesundes Nervensystem.

Außerdem stecken in Rhabarber viel Apfel- und Oxalsäure. Diese wirken nicht nur antibakteriell, das in ihnen enthaltene Pektin regt auch die Verdauung an und trainiert einen gesunden Magen-Darm-Trakt.
  • Rhabarber enthält kaum Fett oder Zucker und eignet sich zum Abnehmen.
  • Zugleich ist das Gemüse sehr nährstoffreich und enthält u. a. die Vitamine C und K sowie die Mineralstoffe Kalium und Kalzium.
  • Das Pektin aus dem Rhabarber regt die Verdauung an und trainiert einen gesunden Magen-Darm-Trakt.
  • Dank einer Kombination aus entwässernden Stoffen kann Rhabarber beim Entgiften helfen und ist ein natürlicher Detox.
  • Die Apfel- und Oxalsäure im Rhabarber wirken antibakteriell.
  • Rhabarber wird vielfach regional angebaut und hat eine gute CO2-Bilanz.


Rhabarber Wissen

Kinder und Rhabarber – darauf sollten Eltern achten:

Auch Babys ab acht Monaten und Kleinkinder können schon Rhabarber essen. Du solltest allerdings darauf achten, nur die roten Stangen zu verwenden und diese gewissenhaft zu schälen. So verringerst du den Anteil an Oxalsäure. Spare ausnahmsweise nicht am Zucker, sondern süße das Frühlingsgemüse. Das neutralisiert den Säuregehalt. Bekommt dein Baby nach dem Rhabarber-Essen einen wunden Po, solltest du das Gemüse vom Speiseplan streichen.

Rhabarber kann Kalzium binden und daher zu einem Kalziummangel führen. Um das zu verhindern, kannst du die Stangen ganz einfach mit kalziumreichen Lebensmitteln kombinieren. Das sind zum Beispiel Milchprodukte wie Joghurt, Sahne oder Eis.

Die Oxalsäure kann den Zahnschmelz angreifen. Achte deshalb darauf, dass sich dein Kind die Zähne nicht direkt nach dem Genuss von Rhabarberkuchen und Co. putzt. Denn dadurch könnte der Zahnschmelz verletzt oder abgetragen werden. Besser ist es, etwa 30 Minuten bis zum nächsten Zähneputzen zu warten.

Wer sollte keinen Rhabarber essen?

Schwangere Frauen, stillende Mütter und Kleinkinder ohne Gewöhnung an das Gemüse sowie Menschen mit Gicht, Nierenstein, Arthritis und Rheuma sollten auf Rhabarber verzichten oder ihn zumindest nur in sehr kleinen Mengen konsumieren. Die Oxalsäure kann das Leber-Gallensystem und die Darmschleimhaut reizen.

Zubereitung - süß oder herb?

Rhabarber eignet sich toll zum Einmachen und ergibt köstliche Konfitüren und Gelees. Grund dafür ist der lösliche Ballaststoff Pektin, der auf natürliche Weise Flüssigkeiten bindet.

Neben der süßen Zubereitung ist es auf jeden Fall auch einen Versuch wert, das Gemüse herzhaft zu verwenden. Rhabarber mit Ingwer, Zimt oder anderen exotischen Gewürzen kombiniert, ergibt eine raffinierte Beilage zu Fleisch oder Fisch. Auch in Salaten kann Rhabarber für ungeahnte Finesse sorgen. Allerdings gilt generell: Immer kurz andünsten!

Lieblingsrezept: Rhabarberkuchen mit Baiser

Dieser feine Rhabarberkuchen ist so lecker, dass ich ihn in der Saison oft backe. Darin trifft feiner Mürbeteig auf cremigen Vanillepudding und ein säuerliches Rhabarberkompott - getoppt wird das Ganze von einer lockeren Baiserhaube. Der Kuchen passt wunderbar zum Sonntagskaffee, macht aber auch auf Kindergeburtstagen eine gute Figur. Ich hatte früher immer etwas Respekt vor solchen Kuchen mit Baiser, dabei ist die Zubereitung eigentlich kinderleicht. Zum Rezept gelangst du hier.

Wenn du noch mehr Rhabarber übrig hast und nicht weißt, was du außer diesem leckeren Kuchen daraus machen könntest, dann probiere doch auch mal mein einfaches Rhabarberkompott aus. Oder du verwendest Rhabarber als Gemüse und kochst einen Rhabarber-Ketchup. Auch nicht zu verachten: Meine schnellen und einfachen Rhabarber Muffins.

© familienkost.de

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