
Sauerbraten - Omas einfaches Rezept
Als Sonntags- oder Festtagsessen kommt Sauerbraten bei uns gern mit Klößen und Rotkohl auf den Tisch. Ich esse nur gelegentlich Fleischgerichte, aber bei dieser Kombination läuft mir jedes Mal das Wasser im Mund zusammen.
Mein erster selbstgemachter Sauerbraten war zugleich eines der ersten Fleischrezepte, das ich für meine Familie gekocht habe. Die Zubereitung hat mir meine Oma damals Schritt für Schritt am Telefon erklärt. Wir wohnten zu der Zeit weit auseinander und so bekam ich ihre Tipps aus der Ferne. Ihr wichtigster Rat: Geduld! Denn der perfekte Sauerbraten braucht 3–5 Tage zum Durchziehen in der Marinade, bevor er in den Ofen darf.
Gesagt, getan! Als ich meinem Mann und den Kindern dann meinen ersten Sauerbraten servierte, waren alle begeistert. Seitdem steht er neben Rinderrouladen und Kasslerbraten ganz oben auf unserer Wunschliste für den Sonntagsbraten.
In diesem Beitrag bekommst du mein einfaches Sauerbraten Rezept mit Schritt-für-Schritt-Anleitung. Außerdem verrate ich dir, wie er auch für Kinder gut geeignet ist, worauf du bei der Zubereitung achten solltest und welche Beilagen uns am besten dazu schmecken.
Zutaten für 6 Portionen
- 1,2 kg Rindfleisch (Schmorbraten aus der Keule)
- 1 Möhre
- 100 g Knollensellerie
- 2 Zwiebeln
- 1 Knoblauchzehe
- 1 TL Wacholderbeere
- 1 TL Pfefferkorn
- 2 Nelken
- 350 ml Gemüsebrühe (oder Rotwein)
- 200 ml Weißweinessig
- 90 g altes Brot (oder Soßen-Lebkuchen oder Honigkuchen)
- Beize vom Einlegen
- 1 Liter Wasser
- Essig
- Salz
Zubereitung
- Sauerbraten einlegen: Schäle Zwiebeln, Knoblauch, Möhre und Sellerie. Schneide sie in kleine Würfel. Mische das Gemüse mit der Gemüsebrühe, dem Essig, Wacholderbeeren, Pfefferkörnern, Lorbeerblättern und Nelken. Gib das Rindfleisch in eine enge Dose und gieße die Beize darüber. Stell den eingelegten Sauerbraten für 3-5 Tage in den Kühlschrank. Wende ihn einmal täglich.
- Sauerbraten schmoren: Gieße das eingelegte Fleisch ab und fange den Sud auf. Erhitze Butterschmalz in einem Schmortopf. Brate das Fleisch und das Gemüse aus dem Sud an. Gieße die Beize und das Wasser dazu. Schmore den Sauerbraten bei schwacher Hitze und geschlossenem Deckel für 2 Stunden. Rühre alle 30 Minuten um.
- Sauerbraten Soße: Nimm das Fleisch aus dem Schmortopf. Gib das Brot oder alternativ Soßen-Lebkuchen / Honigbrot dazu. Koche die Sauerbraten Soße auf und püriere sie. Wenn du sie sehr fein haben möchtest, streichst du sie am Ende nochmal durch ein Sieb. sie mit reichlich Salz und Essig ab. Serviere das Fleisch mit der Sauce zu Rotkohl und Klößen oder einer anderen Beilage deiner Wahl. Meine Kinder essen auch buntes Gemüse und Kartoffeln sehr gern dazu.


Sauerbraten selber machen? Das gelingt dir mit meinen Tipps und Tricks
- Das richtige Fleisch: Für meinen Sauerbraten nehme ich mageres Rindfleisch aus der Schulter (falsches Filet) oder der Keule. Besonders zart sind Bürgermeister- und Pastorenstück. Auch Tafelspitz aus der hinteren Rinderhüfte schmeckt sehr aromatisch. Ich kaufe das Fleisch beim Metzger meines Vertrauens, der mich gut berät. Wenn du magst, kannst du den Sauerbraten auch mit Wild zubereiten.
- Genug Zeit einplanen: Beginne 3–5 Tage vor dem Kochen mit der Zubereitung, damit das Fleisch lange genug in der Marinade ziehen kann. So wird es besonders zart und aromatisch.
- Sauber arbeiten: Auch wenn der Essig konservierend wirkt, können sich Keime vermehren. Achte deshalb auf sauberes Arbeiten und frische Utensilien.
- Richtig einlegen: Decke das eingelegte Fleisch in einer Schüssel mit Frischhaltefolie ab oder lege es in einen Bräter mit Deckel. Stelle es in den Kühlschrank bei 4–5 °C und wende es einmal täglich. Achte darauf, dass das Gefäß nicht zu groß ist, damit das Fleisch komplett in der Marinade liegt. Wenn du ein Vakuumiergerät hast, kannst du das Fleisch damit einlegen, damit die Marinade noch intensiver einzieht.
- Gemüse und Sud weiter verwenden: Das Gemüse aus der Marinade solltest du nicht wegwerfen. Ich gebe es beim Schmoren mit in den Bräter. So bekommt die Soße noch mehr Geschmack und wird auf natürliche Weise sämig. Auch den Sud verwende ich mit, um eine aromatische Sauerbraten Soße zu bekommen.
- Mit oder ohne Rosinen: Die Frage, ob Sauerbraten mit Rosinen oder ohne zubereitet wird, scheidet Deutschland ganz ähnlich wie der Kartoffelsalat-Äquator. Wenn du es fruchtiger magst, kannst du ihn mit Rosinen oder Sultaninen kochen. Alternativ kannst du auch etwas Johannisbeergelee, Preiselbeermarmelade oder Backobst zur Soße geben. Das lieben wir auch im Schlesischen Himmelreich.
- Perfekt mit echtem Soßenlebkuchen: Für die Soße nehme ich einen echten Soßenlebkuchen, den es bei uns im Supermarkt in der Nähe vom Soßenbinder gibt. Er ist lieblich-würzig, aber nicht so süß wie Weihnachtsgebäck. Alternativ kannst du Honigkuchen, normales Brot oder Pumpernickel verwenden.
- Für Kinder geeignet: Ich koche den Sauerbraten ohne Wein, da Alkohol in meiner Familienküche grundsätzlich nichts zu suchen hat. Ich ersetze den Rotwein ganz einfach durch Brühe. Du kannst auch gern einen Teil Traubensaft oder Johannisbeersaft verwenden.
- Wenn die Soße zu süß ist: Wenn dir die Soße zu süß geworden ist, kannst du den Trick meiner Schwiegermutter nutzen. Sie schmeckt Bratensoßen gern mit einem Schuss Kaffee ab. So bekommen sie auch eine schöne dunkle Farbe.
- Zeit sparen mit dem Schnellkochtopf: Während 1 kg Sauerbraten im normalen Topf oder Bräter ca. 2 Stunden braucht, verkürzt sich im Schnellkochtopf die Garzeit deutlich auf etwa 60–75 Minuten. Wenn du unsicher bist, wann der perfekte Garpunkt erreicht ist, kannst du mit einem Bratenthermometer die Kerntemperatur im Fleisch messen. Sie sollte im Sauerbraten bei 85°C liegen.

Was passt zu Sauerbraten? Ideen für leckere Beilagen
Sauerbraten ist ein deutscher Klassiker und schmeckt mit den richtigen Beilagen noch besser. Hier findest du unsere liebsten Beilagen zu Sauerbraten. Von traditionellen Kombinationen bis zu familienfreundlichen Varianten, die den würzigen Schmorbraten perfekt ergänzen, ist für jeden Geschmack etwas dabei:- Klassisch: Rotkohl und Klöße sind die wohl bekannteste Kombination zum Sauerbraten und machen ihn zu einem echten Festtagsgericht. Besonders lecker sind dazu auch böhmische Knödel, die die Soße wunderbar aufnehmen.
- Einfach: Salzkartoffeln mit Rosenkohl oder grünen Bohnen sind eine unkomplizierte und dennoch köstliche Beilage zum Sauerbraten.
- Familienliebling: Meine Kinder mögen Sauerbraten am liebsten mit Gemüse wie Omas Buttermöhren und dazu Spätzle oder Gnocchi.
- Nur echt mit Omas Kompott: Bei meiner Oma gab es zum Sauerbraten und anderen Schmorgerichten immer Apfelkompott als Nachtisch. Ich habe es geliebt als Kind, daher darf es auch bei uns nie als Sauerbraten Dessert fehlen.
So kannst du ihn vorbereiten und aufbewahren
Für Sauerbraten musst du unbedingt 3–5 Tage vorher mit dem Einlegen starten, denn so lange sollte das Fleisch in der Marinade liegen, damit es schön zart und aromatisch wird. Am Kochtag selbst hast du dann kaum noch Arbeit, denn der Braten macht sich fast von allein, während du dich schon um die Beilagen oder das Dessert kümmern kannst.Fertiger Sauerbraten hält sich dann mit Soße bis zu 3 Tage im Kühlschrank und schmeckt oft sogar am nächsten Tag noch besser, denn dann ist alles schön durchgezogen.
Alternativ kannst du den Sauerbraten auch einfrieren. Das empfehle ich dir vor allem dann, wenn ein Festessen ansteht, zu dem du viel um die Ohren hast. Fülle den Sauerbraten dafür am besten komplett mit der Soße in eine luftdichte Gefrierdose. Nimm ihn zum Auftauen abends aus der Kühltruhe und stelle ihn über Nacht in den Kühlschrank. Vor dem Servieren lässt du ihn dann langsam in der Soße warm werden, damit er schön saftig bleibt.
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Wie bei Muttern
Sehr einfach und gut. Habe zum Einlegen noch Liebstöckel dazugegeben.
Ich nehme zum Abschluss noch Rübenkraut dazu
Lange gesucht und jetzt durch Zufall gefunden. Hab schon viel versucht, im Netz ist ja viel unterwegs. Die Mengenangaben sind sehr gut, vorallem mit dem Essig. Hatte schon Rezepte die grenzwertig sauer waren. Ich kann das Rezept sehr empfehlen. Vom Geschmack absolut rund. Einzige Veränderung von mir waren noch Gewürzkörner und das ich das Fleisch vor dem anbraten gesalzen und gepfeffert habe. Zum Schluss ein Esslöffel Rübensirup. Geschmort habe ich im Backofen mit Umluft bei 150° knapp 2 Stunden.
Hört sich prima an. Werde es ausprobieren.
Ganz fantastisch!
Dank dieser Anleitung habe ich mich getraut Sauerbraten selber zu machen. Er ist mir gelungen 🤩🤩
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